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    Russland streicht zwei Zeitzonen auf seinem Territorium

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    Mit der Umstellung auf die Sommerzeit in der Nacht zum heutigen Sonntag hat Russland gleichzeitig zwei Zeitzonen auf seinem Territorium gestrichen. Die Regionen Tschukotka, Kamtschatka, Kusnez-Kohlebecken, Udmurtien und Samara wechselten ihre Zeitzone.

    MOSKAU, 28. März (RIA Novosti). Mit der Umstellung auf die Sommerzeit in der Nacht zum heutigen Sonntag hat Russland gleichzeitig zwei Zeitzonen auf seinem Territorium gestrichen. Die Regionen Tschukotka, Kamtschatka,  Kusnez-Kohlebecken, Udmurtien und Samara wechselten ihre Zeitzone. Ab jetzt erstreckt sich Russland über nur noch neun Zeitzonen. Die fünf Regionen rückten Moskau um eine Stunde näher heran.

    Die Idee, die Anzahl der Zeitzonen auf dem Territorium Russlands zu verringern, war von Präsident Dmitri Medwedew am 12. November 2009 in seiner Jahresbotschaft an die Föderative Versammlung unterbreitet worden.

    Indes streiten die Einwohner dieser Regionen weiterhin über die Zweckmäßigkeit dieses Schritts. Für die Umstellung plädieren in der Regel die Verwaltungsstrukturen, die von der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit sprechen. Ein Teil der Einwohner befürchtet zugleich mehr Stromausgaben und verweist auf die Verringerung der hellen Tageszeit nach dem Feierabend.

    Der Chef des Gebiets Kemerowo (Kusnez-Kohlebecken), Aman Tulejew, und Udmurtiens Präsident Alexander Wolkow erwarten von der Umstellung eine Intensivierung des Geschäftslebens. Dadurch „werden neue Wirtschaftsbeziehungen und sozialökonomische Projekte stimuliert", so Wolkow.

    Kritische Stimmen sind vor allem aus dem Gebiet Samara an der Wolga zu vernehmen. Die Gegner der Umstellung verweisen darauf, dass der Anfang der 90-er Jahre unternommene ähnliche Versuch, das Gebiet auf die Moskauer Zeit umzustellen, bereits gescheitert war. Das größte Manko besteht für die Kritiker in dem viel zu frühen Beginn der dunklen Tageszeit, was größere Stromausgaben und Sicherheitsprobleme mit sich bringt. Damals, in den 90-er Jahren, ging auch die Besucherzahl von Theatern und Kinos zurück, weil alle in den langen dunklen Abenden lieber zu Hause blieben. Dafür stand die Sonne im Sommer bereits um 3.10 Uhr auf, was kaum sinnvoll war. 

    „Viele Einwohner von Samara haben sich daran gewöhnt, in der Sommerzeit nach dem Feierabend an den Wolga-Strand zu gehen, um zu baden und in der Sonne zu liegen", beklagte sich einer der Einwohner in einem RIA-Novosti-Gespräch. „Jetzt wird vielen von ihnen diese Möglichkeit genommen."

    Zugleich äußerten viele Eltern ihre Besorgnis darüber, dass der Schulunterricht nun zu Ende gehen wird, wenn es draußen bereits dunkel ist.

    Im Parlament des Gebiets Samara stimmten allerdings nur ein paar Abgeordnete gegen die Umstellung. Sie verwiesen unter anderem auf die Polizei-Statistiken, laut denen die Anzahl der Verbrechen, insbesondere der Straßenkriminalität, in der dunklen Zeit beträchtlich zunimmt.

    Einen positiven Faktor in der zeitlichen Annäherung an Moskau sehen viele darin, dass die Fernsehsendungen aus Moskau nun zu einer besser geeigneten Zeit in ihren Regionen empfangen werden können.

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