23:21 23 November 2017
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    Nach Anschlägen auf Moskauer Metro: Run auf Autos und Waffen erwartet - „Gaseta"

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    Der Terror ist nach Moskau zurückgekehrt, schreibt die Zeitung „Gaseta" am Dienstag.

    MOSKAU, 30. März (RIA Novosti). Der Terror ist nach Moskau zurückgekehrt, schreibt die Zeitung „Gaseta" am Dienstag.

    Bei den ersten Terroranschlägen auf die Moskauer U-Bahn seit sechs Jahren kamen 38 Menschen ums Leben. Experten zufolge wollen nach den Anschlägen immer mehr Bürger eine Lebensversicherung abschließen sowie Autos und Waffen kaufen.

    Laut Irina Worobjowa vom Beratungsunternehmen 2K Audit - Delowyje Konsultazii legen sich die Menschen nach den tragischen Ereignissen aus Angst vor den öffentlichen Verkehrsmitteln Autos zu. „Der Autoverkauf kann ansteigen", so die Expertin. Ein Moskauer Bankangestellter erwartet, dass das Interesse an Autokrediten demnächst zunehmen wird. „Ein Auto werden diejenigen kaufen, die zuvor aus verschiedenen Gründen mit dem Kauf gezögert hatten. Jetzt hat ihr Selbsterhaltungstrieb seinen Höhepunkt erreicht", betont Worobjowa.

    Ebenfalls möglich sei, dass die Menschen sich Waffen und andere Selbstverteidigungsmittel kaufen könnten, so die Experten. Sich selbst und seine Familie zu schützen sei eine natürliche Reaktion des Menschen. In diesem Fall kann man kaum jemanden davon überzeugen, dass Privatwaffen vor einem Bombenschlag leider nicht schützen können.

    Obwohl es auch früher Terroranschläge gegeben hat, kam das System der Pflichtversicherung von Fahrgästen nicht in Gang. Die Angehörigen der Todesopfer werden eine Million Rubel Schmerzensgeld bekommen und die Verletzten jeweils von 200 000 bis 400 000 Rubel (1 Euro = ca. 40 Rubel). Dies ist jedoch eine Geste des freien Willens der Regierung und der Moskauer Stadtverwaltung. Außerdem handelt es sich nicht um eine große Geldsumme.

    Deswegen nutzen die Finanzberater die Terroranschläge als Argument, um ihren Kunden Versicherungen zu verkaufen. Laut Denis Brysgalow, Leiter des Projektes „Strachowoj Marketing", beeinflussen diese Ereignisse zwar das Interesse an Unfallversicherungen, allerdings nur kurzfristig. Es dauert gewöhnlich zwei bis drei Wochen und danach habe man wieder die früheren Zahlen.

    Die gestrigen Anschläge werden kaum die Investitionspläne der russischen Bürger beeinflussen. „Selbst ausländische Investoren bewahrten ihre Ruhe", sagte Veronika Tschekina vom Investitionsunternehmen Infina. „Das jetzige Verhalten der Marktteilnehmer wird erneut die Abhängigkeit unseres Markts von den Ölpreisen zeigen. Wenn die Ölpreise steigen, wird der Markt die bisherigen Bullenstimmungen aufbewahren", so Tschekina.

    Wladimir Waschenzew, stellvertretender Vorsitzendes der internationalen Verbandes „Trudowaja Migrazija" („Arbeitsmigration") sieht keinen Zusammenhang zwischen dem Ortswechsel innerhalb Russlands aus wirtschaftlichen Gründen und den Terroranschlägen. „Bei den Russen dominieren deutlich wirtschaftliche Faktoren, wenn sie in die Hauptstadt umziehen wollen, um dort vorübergehend oder ständig zu arbeiten."