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    Nach U-Bahn-Angriff: Trauer, neue Terrordrohungen und SMS-Betrug

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    Explosionen in Moskauer U-Bahn (73)
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    Einen Tag nach den verheerenden Sprengstoffanschlägen auf zwei Metro-Züge gedenkt Moskau der Opfer - unterdessen gehen immer neue Anrufe über angebliche Terrorpläne ein, SMS-Gauner versuchen, sich an der Tragödie zu bereichern.

    MOSKAU, 30. März (RIA Novosti). Einen Tag nach den verheerenden Sprengstoffanschlägen auf zwei Metro-Züge gedenkt Moskau der Opfer - unterdessen gehen immer neue Anrufe über angebliche Terrorpläne ein, SMS-Gauner versuchen, sich an der Tragödie zu bereichern.

    Dieser Dienstag ist in Moskau ein Trauertag. Flaggen wehen auf Halbmast, die Menschen bringen Blumen an die U-Bahn-Stationen Lubjanka und Park Kultury, wo sich am Montagmorgen zwei Selbstmordattentäterinnen in die Luft gesprengt hatten. Auch der griechische Verteidigungsminister Evangelos Venizelos, der im Dienstag zu Besuch in Moskau weilte, legte Blumen an der Station Lubjanka nieder.

    Nach Angaben vom Dienstag kamen mindestens 39 Menschen beim Terrorangriff ums Leben. Die städtischen Behörden kündigten Geldhilfe für die Hinterbliebenen an, jede Familie soll umgerechnet 25.000 Euro bekommen. Psychologen des Zivilschutz-Ministeriums haben seit Montag mehr als 600 Anrufe von bestürzten Menschen empfangen. Am Montagabend informierten Sprecher in der U-Bahn die Menschen über die Adressen der nächsten Blutspendezentralen.

    Bei der Polizei gehen viele Hinweise auf angeblich geplante weitere Anschläge ein. Nach einem Anruf wurden drei Männer festgenommen, die in ihrem Auto Benzin-Behälter mit einem Pulvergemisch und Kabeln transportierten. In der Nacht zum Dienstag wurden außerdem zwei Frauen festgenommen, die bewusst falsche Angaben über die geplanten Anschläge auf zwei Metro-Stationen im Osten der Stadt gemacht haben sollen.

    Wie ein Polizeisprecher RIA Novosti am Dienstag sagte, wurden Gauner nach den Anschlägen aktiver. Es gebe viele SMS-Mitteilungen mit der Bitte, Geld für die Betroffenen auf falsche Konten zu überweisen. Die Polizei rief die Menschen zur Wachsamkeit auf: Über alle wirklich eingerichteten Konten werde offiziell über die Medien informiert, alles andere sei Gaunerei.

    Die Behörden beschäftigen sich unterdessen mit der Frage, wie Rettungseinsätze effizienter gestalten werden können. Zivilschutz-Minister Sergej Schoigu sagte am Dienstag, Moskau brauche fünf bis sieben Startplätze für Hubschrauber. In der russischen Hauptstadt sind alle Überflüge eigentlich generell verboten. Ausnahmen gibt es sehr selten - wie diesmal. Am Montag waren Rettungshubschrauber direkt an den Metro-Eingängen gelandet, die Autostraßen dort wurden vorübergehend für den Verkehr gesperrt.

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