06:36 22 November 2017
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    Angriff auf Menschenrechtlerin in Moskau: Ermittlung dazu wird öffentlich kontrolliert

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    Der Chef des Moskauer Büros für Menschenrechte, Alexander Brod, Mitglied der Gesellschaftskammer Russlands, hat den Angriff auf die 82-jährige Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa als „unerhört“ bezeichnet und nicht ausgeschlossen, dass die Gesellschaftskammer das Ermittlungsverfahren dazu unter eigene Kontrolle stellen wird.

    MOSKAU, 01. April (RIA Novosti). Der Chef des Moskauer Büros für Menschenrechte, Alexander Brod, Mitglied der Gesellschaftskammer Russlands, hat den Angriff auf die 82-jährige Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa als „unerhört“ bezeichnet und nicht ausgeschlossen, dass die Gesellschaftskammer das Ermittlungsverfahren dazu unter eigene Kontrolle stellen wird.

    Wie Brod am Donnerstag RIA Novosti sagte, will er diese Frage noch heute mit den Kommissionsvorsitzenden der Gesellschaftskammer besprechen. „Wir müssen darauf reagieren. Das ist ein himmelschreiender Fall“, sagte Brod.

    Ein Mann hatte am Mittwochabend die 82-jährige Vorsitzende der Moskauer Helsinki-Gruppe im U-Bahnhof Park Kultury, wo sie an einer Gedenkaktion für die Opfer des jüngsten Terroranschlags teilgenommen hatte, angegriffen. Nachdem Alexejewa am Tatort Blumen niederlegte, kam der Mann unvermittelt auf sie zu und schlug sie auf den Kopf. Später sagte Alexejewa, sie fühle sich normal und werde keinen Arzt aufsuchen.

    Der Täter wurde umgehend festgenommen. Gegen ihn ist ein Ermittlungsverfahren wegen „körperlicher Misshandlung aus rowdyhaften Motiven“ eingeleitet worden.

    Brod verwies auf widersprüchliche Informationen über den Zwischenfall. „Die Miliz behauptet, der Angreifer sei betrunken und gewissermaßen von Sinnen gewesen. Laut Alexejewa war der Mann völlig nüchtern und handelte bewusst.“

    Laut dem Menschenrechtler wird die Gesellschaftskammer unter anderem den Generalstaatsanwalt ersuchen, die Ermittlung zu dem Fall unter Kontrolle zu nehmen, und die zuständigen Untersuchungsorgane auch selbt um kontinuierliche Informationen bitten.

    Russlands Menschenrechtsbeauftragter Wladimir Lukin rief in einem Interview für den Sender „Echo Moskwy“ dazu auf, den Angreifer „dem gesellschaftlichen Ostrazismus auszusetzen“. Der Ruf des Landes sei geschädigt und der Angreifer müsse eine maximal lange Freiheitsstrafe bekommen, sagte Lukin.

     

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