04:24 17 Dezember 2018
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    Grubenunglück: Zahlreiche Sicherheitsverstöße in sibirischem Bergwerk

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    Grubenunglück im Gebiet Kemerowo (31)
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    Die südwestsibirische Kohlengrube Raspadskaja war noch vor dem schweren Unglück am 9. Mai wegen Sicherheitsverstößen mehrmals ins Visier der Behörden geraten.

    MOSKAU, 17. Mai (RIA Novosti). Die südwestsibirische Kohlengrube Raspadskaja war noch vor dem schweren Unglück am 9. Mai wegen Sicherheitsverstößen mehrmals ins Visier der Behörden geraten.

    Das bestätigte Russlands Vizepremier Viktor Subkow. „Es hatte leider Verstöße gegeben“, berichtete Subkow am Montag Regierungschef Wladimir Putin. Die Förderarbeiten haben mehrmals eingestellt werden müssen, mehrere Verantwortliche seien entlassen worden. Dennoch sei die Angelegenheit niemals vor Gericht gelandet.

    Das in der Kohleregion Kuzbass liegende Bergwerk war am 9. Mai von zwei verheerenden Explosionen erschüttert worden. Nach der zweiten Explosion wurden Dutzende Bergleute und Rettungskräfte in 500 Meter Tiefe eingeschlossen. Bislang wurden 66 Tote geborgen. 24 Menschen gelten weiter als vermisst. Die Reparaturen dürfen laut Expertenschätzungen bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen.

    Am Freitag hatten bis zu 60 Bergarbeiter in der Stadt Meschduretschensk eine Demo veranstaltet, um auf sicherheitstechnische Missstände in ihrem Bergwerk aufmerksam zu machen.

    Einer der Kumpel teilte mit, dass die Raspadskaja-Eigner die Arbeiter dazu zwängen, die Grubengas-Sensoren unter Tage abzuschalten, um Arbeitsausfälle zu vermeiden und die Kohleförderung zu steigern. Laut einer anderen Demonstrantin gibt es in der Stadt keine andere Arbeit. So dass man gezwungen sei, in dem Bergwerk zu arbeiten.

    Vizepremier Subkow versicherte, dass die Grube wiederhergestellt würde. Alle 4000 Mitarbeiter würden mit Arbeit versorgt. Außerdem wollten die Behörden die Entschädigung der Opfer und Hinterbliebenen kontrollieren, um jede Zweckentfremdung der Gelder vor Ort zu unterbinden.

    Putin wies das Energieministerium und die technische Aufsichtsbehörde Rostechnadsor an, die Sicherheitsstandards für Kohlengruben zu verschärfen, damit die Sicherheitssensoren nicht abgeschaltet werden können. Zudem sollten die Strafen für die Eigentümer erhöht und das Versicherungsinstrumentarium breiter eingesetzt werden.

    Grubenunglück im Gebiet Kemerowo (Südsibirien). INFOgraphiken>>

     

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