21:34 21 September 2017
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    Ehemaliger Yukos-Chef Chodorkowski in Hungerstreik getreten

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    Die Verteidigung Michail Chodorkowskis, ehemaliger Chef des Ölkonzerns Yukos, hat bestätigt, dass ihr Mandant in einen unbefristeten Hungerstreik getreten ist.

    MOSKAU, 18. Mai (RIA Novosti). Die Verteidigung Michail Chodorkowskis, ehemaliger Chef des Ölkonzerns Yukos, hat bestätigt, dass ihr Mandant in einen unbefristeten Hungerstreik getreten ist.

    Wie sein Anwalt Vadim Kljuwgant in einem RIA-Novosti-Gespräch bestätigte, wird Chodorkowski seinen Hungerstreik erst dann beenden, wenn er eine Bestätigung dafür bekommt, dass Russlands Präsident über die Rechtsverletzungen informiert ist, welche nach Ansicht von Chodorkowski gegen ihn begangen werden.

    Wie der Jurist weiter ausführte, bestand die Rechtsverletzung, „womit auch der Wille des Präsidenten ignoriert wurde“, nach Ansicht des Mandanten in der von Richter Viktor Danilkin beschlossenen Haftverlängerung bis zum 17. August.

    Wie Chodorkowski und sein Anwalt meinen, berücksichtigte das Gericht dabei nicht die Änderungen der Strafprozessordnung, laut denen die Angeklagten, denen Wirtschaftsdelikte wie im Fall Chodorkowski zur Last gelegt werden, nicht in Haft genommen werden.

    „Der Hungerstreik ist unbefristet und wird bis zu dem Zeitpunkt fortgeführt, bis Chodorkowski eine Bestätigung dafür bekommt, dass der Präsident über diese Sabotage informiert ist“, so Kljuwgant.

    „Chodorkowski denkt in diesem Falle nicht nur an sich selbst, denn seine Lage wird sich kaum ändern, er befürchtet einen Präzedenzfall des Ignorierens des Präsidentenwillens“, fügte er hinzu.

    Das Gericht des Moskauer Stadtbezirks Chamowniki hatte am 14. Mai die Verlängerung der Haft für Chodorkowski und seinen Geschäftspartner Platon Lebedew beschlossen. Wie Kljuwgant sagte, wurde beim Moskauer Stadtgericht bereits Berufung dagegen eingelegt. Außerdem wurde ein Brief, in dem die entstandene Situation beschrieben wird, an den Vorsitzenden des Obersten Gerichts, Wjatscheslaw Lebedew, gerichtet.

    Chodorkowski wird beschuldigt, 350 Millionen Tonnen Öl gestohlen zu haben.

    Chodorkowski und Lebedew waren 2005 wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. 2006 wurde gegen sie ein zweites Strafverfahren über die Entwendung von Erdöl eingeleitet.

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