02:13 26 September 2017
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    Direktor der russischen Unglücksgrube nach Putins Rüge zurückgetreten

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    Grubenunglück im Gebiet Kemerowo (31)
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    Rund eine Woche nach dem schweren Unglück in Russlands größter Kohlegrube Raspadskaja (Südwestsibirien) ist deren Direktor Igor Wolkow - nicht ohne Druck aus Moskau - seinen Rücktritt eingereicht.

    MOSKAU, 18. Mai (RIA Novosti). Rund eine Woche nach dem schweren Unglück in Russlands größter Kohlegrube Raspadskaja (Südwestsibirien) ist deren Direktor Igor Wolkow - nicht ohne Druck aus Moskau - seinen Rücktritt eingereicht.

    Wie die Sprecherin des Bergwerkes, Galina Kowaltschuk, mitteilte, hat Geschäftsführer Gennadi Kusowoj kommissarisch Wolkows Amtspflichten übernommen.

    Das in der Kohleregion Kuzbass liegende Raspadskaja-Bergwerk war am 9. Mai von zwei verheerenden Explosionen erschüttert worden. Nach der zweiten Explosion wurden Dutzende Bergleute und Rettungskräfte in 500 Metern Tiefe eingeschlossen. Bislang wurden 66 Tote geborgen. 24 Menschen gelten weiter als vermisst.

    Am gestrigen Montag wetterte Ministerpräsident Wladimir Putin in einer Regierungsberatung in Moskau, dass der Direktor der Unglücksgrube, Igor Wolkow, die zahlreichen Sicherheits-Reklamationen ignoriert habe und noch immer im Amt sei, obwohl die technische Aufsichtsbehörde Rostechnadsor mehrmals seine Entlassung vor Gericht gefordert habe.

    Rostechnadsor hatte im vergangenen Jahr im Raspadskaja-Bergwerk nach eigenen Angaben mehr als 1.400 Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften entdeckt und die Förderarbeiten fünfmal per Gericht aussetzen lassen.

    Am vergangenen Freitag veranstalteten Raspadskaja-Bergarbeiter in der Stadt Meschduretschensk eine Demo, um auf sicherheitstechnische Missstände in ihrem Bergwerk aufmerksam zu machen. Einer der Kumpel teilte mit, dass die Raspadskaja-Eigner die Arbeiter dazu zwängen, die Grubengas-Sensoren unter Tage abzuschalten, um Arbeitsausfälle zu vermeiden und die Kohleförderung zu steigern.

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