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    Hartes Leben im Knast stoppt keinen Verbrecher in Russland - fast jeder Zweite krank

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    Das alles andere als komfortable Leben hinter Gittern schreckt die Menschen in Russland vor einem Verbrechen nicht ab. Dabei sind mehr als 40 Prozent der Verurteilten, die ihre Strafe im Gefängnis abbüßen, krank.

    MOSKAU, 13. Juli (RIA Novosti). Das alles andere als komfortable Leben hinter Gittern schreckt die Menschen in Russland vor einem Verbrechen nicht ab. Dabei sind mehr als 40 Prozent der Verurteilten, die ihre Strafe im Gefängnis abbüßen, krank.

    Wie der stellvertretende Chef des Föderalen Strafvollzugsdienstes, Nikolai Kriwolapow, in einer Pressekonferenz am Dienstag weiter mitteilte, leiden 340 000 Eingekerkerte von insgesamt 846 000 in ganz Russland an Syphilis, Tuberkulose oder einer anderen problematischen Krankheit.

    „Das Bild ist weiterhin schrecklich, obwohl die Erkrankungshäufigkeit auf dem Stand des Vorjahres geblieben ist“, sagte Kriwolapow.

    Nach seinen Worten haben 15 000 Verurteilte Syphilis, 40 000 TBC im akuten Stadium, 67 000 haben Geistesstörungen, 55 000 sind HIV-infiziert.

    Die gute Nachricht für die Kriminellen besteht jedoch darin, dass die 1,5 Meter dicken Gefängnismauern bei der diesjährigen unerträglichen Hitze die relative Kühle in den Zellen sichern. Einzelne Gefängnisse in einigen südlichen Regionen sind zum Teil mit Klimaanlagen ausgestattet, doch die Finanzen reichen nicht für alle Strafvollzugseinrichtungen aus.

    In diesem Sommer liegen die durchschnittlichen Lufttemperaturen am Tag in Moskau bei 30 Grad Plus und höher, die Außentemperaturen liegen somit um sieben bis acht Grad über der Norm. In dieser Woche soll das Thermometer dem Wetterbericht zufolge sogar auf 35 Grad klettern. So heiß war nur der Sommer 1972.

    Dem Beamten zufolge kostet der jährliche Unterhalt eines Gefangenen den Staat fast 850 Euro, fast 510 Euro davon entfallen auf die Ernährung, knapp 51,5 Euro auf die medizinische Hilfe und fast 180 Euro auf kommunale Leistungen.

     

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