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    Kampf um Arktis-Rohstoffe: Russland schickt neue Expedition zu seinen Schelfgrenzen

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    Russland schickt in zwei Wochen eine neue Expedition in die Arktis. Während der dreimonatigen Fahrt sollen die Forscher Beweise sammeln, um den Anspruch Russlands auf eine Ausweitung seines Festlandssockels zu untermauern.

    SANKT PETERSBURG, 14. Juli (RIA Novosti). Russland schickt in zwei Wochen eine neue Expedition in die Arktis. Während der dreimonatigen Fahrt sollen die Forscher Beweise sammeln, um den Anspruch Russlands auf eine Ausweitung seines Festlandssockels zu untermauern.

    Das Forschungsschiff „Akademik Fjodorow“ breche am Donnerstag aus Sankt Petersburg nach Archangelsk (Nordrussland) auf und werde unterwegs das Echolot erproben, teilte Wladimir Sokolow, Ressortleiter Arktis-Expedition im Forschungsinstitut für Arktis und Antarktis des Föderalen Amtes für Hydrometeorologie und Umweltüberwachung, am Mittwoch mit.

    Spätestens am 29. Juli werde das Schiff Archangelsk verlassen und Kurs auf den Nordpol nehmen. Die gesamte Fahrt werde 90 Tage dauern, mindestens 70 davon werde die „Akademik Fjodorow“ in der Arktis verbringen.

    Die Rivalität um die Arktis hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Um die reich gefüllte Naturschatzkammer buhlen Russland, die USA, Kanada, Großbritannien und andere Anrainerstaaten. Viele von ihnen kündigten die Aufstellung von Schiffsverbänden für Polfahrten an.

    Russland hatte als erster Arktis-Anrainer bei der UN-Kommission für Kontinentalschelfgrenzen (CLCS) eine Abgrenzung seines Festlandssockels beansprucht, doch unzureichende Beweise dafür vorgelegt. Die Kommission war 1982 entsprechend der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen gegründet worden.

    Laut diesem Übereinkommen hat jeder Küstenstaat das Recht auf eine 200-Meilen-Wirtschaftszone. Wenn sich der Festlandssockel des betreffenden Staates über diese Grenze hinaus erstreckt, darf er seine Wirtschaftszone auf 350 Meilen ausdehnen und Anspruch auf die dortigen Rohstoffe erheben.

    Umweltprobleme in der Arktis. INFOgraphiken

    Im August 2007 hatte bereits eine russische Arktis-Expedition den Nordpol erreicht. In einer Rekordtiefe von 4261 Metern wurden im Nordpolarmeer Bodenproben genommen und die russische Staatsflagge aufgestellt. Nach der Auswertung der Expeditionsergebnisse gelangten die Forscher zu dem Schluss, dass der Lomonossow-Rücken geologisch zum russischen Festlandssockel gehört und dass Russland Rohstoffe auf einer Fläche von mehr als eine Million Quadratkilometer beanspruchen darf. Der neue Antrag soll 2013 bei der UNO eingereicht werden.

     

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