14:19 24 April 2018
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    Aeroflot bekommt von Beresowski entwendetes Geld zurück – „BFM.Ru“

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    Die russische Fluggesellschaft Aeroflot hat mehr als 52 Milllionen US-Dollar zurückbekommen, die Boris Beresowski und seine Mittäter entwendet hatten, meldete am Dienstag die Webseite „BFM.Ru“.

    Die russische Fluggesellschaft Aeroflot hat mehr als 52 Milllionen US-Dollar zurückbekommen, die Boris Beresowski und seine Mittäter entwendet hatten, meldete am Dienstag die Webseite „BFM.Ru“.

    Ein Schweizer Gericht traf eine entsprechende Entscheidung in einem Verfahren über die Veruntreuung von Valuta-Einnahmen der russischen Fluggesellschaft. Nach Angaben der russischen Generalstaatsanwaltschaft war das Geld vor elf Jahren, als das Strafverfahren eingeleitet wurde, auf Konten der Schweizer Firma „Andava“ eingefroren worden.

    Die Staatsanwaltschaft meldete, dass der Schaden des russischen Unternehmens mittlerweile völlig beglichen worden sei. Wenn dem wirklich so sei, sagte Beresowskis Anwalt Andrej Borowkow, sei sein Schützling samt anderen Figuranten des spektakulären Verfahrens jetzt frei von allen materiellen Verpflichtungen gegenüber der Fluggesellschaft, die von den russischen Gerichten angeordnet waren.

    Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte im Januar 1999 ein Strafverfahren gegen Beresowski und andere Personen wegen Eigentumsverbrechen gegen Aeroflot eingeleitet. Die Ermittlung hat ergeben, dass Beresowski seine Verbrechen nicht alleine, sondern unter Mittäterschaft von ehemaligen Top-Managern der Fluggesellschaft begangen hatte. Zu den Mittätern zählen der erste Stellvertreter des Generaldirektors für Finanzen Nikolai Gluschkow, der kaufmännische Direktor Alexander Krasnenker, die Hauptbuchhalterin Lydia Kryschewskaja sowie der Leiter der Vereinigten Finanzkorporation (FOK) Roman Scheijnin.

    In einer Meldung auf der Webseite der russischen Generalstaatsanwaltschaft hieß es, dass Beresowski und seine Mittäter bis zur Einleitung des Verfahrens von Aeroflot eine Summe veruntreut hatten, die umgerechnet rund 53 Millionen Schweizer Franken beziehungsweise 52,2 Millionen US-Dollar betrage. Nach Angaben des Ressorts wurden diese Mittel im Auftrag der russischen Generalstaatsanwaltschaft ab 1999 auf den Konten der Firma Andava und der Angeklagten eingefroren.

    In der Eidgenossenschaft kam nach der gleichen Anklage der Schweizer Hans-Peter Jenni, einer der Andava-Direktoren, vor Gericht. Das Bundesstrafgericht der Schweiz befand Jenni im Juli 2008 für schuldig wegen Mittäterschaft am Betrug und verurteilte ihn zu 21 Monaten Haft auf Bewährung und drei Monaten in Form von einer Geldstrafe (1000 Franken pro Tag im Verlaufe von 90 Tagen).

    Nachdem die Urteile gegen Beresowski und Jenni in Kraft getreten waren, verordnete das Schweizerische Bundesgericht am 7. Juli 2010 die Rückgabe der Aktiva an den Eigentümer. Am 27. August wurden 52,2 Millionen Dollar auf das Konto von Aeroflot in der „Russki Kommertscheski Bank“ überwiesen. Die Fluggesellschaft hat den Eingang der Mittel bestätigt.

    Die Generalstaatsanwaltschaft will sich damit aber nicht zufrieden geben. Sie meldete, dass sie jetzt beginnt, von Beresowski und seinen Mittätern Schadenersatz für die Entwendung des Eigentums des Autobauers AvtoVAZ einzutreiben. Der Schaden beträgt mehr als 60 Milliarden Rubel (vor der Denomination).

    Im Juni 2009 wurde Beresowski in Abwesenheit zum zweiten Mal verurteilt. Er bekam elf Jahre Haft für den 1994 verübten Diebstahl von 5500 Autos ab Werk. Das Gericht der Stadt Krasnogorsk (nahe Moskau) legte die gesamte Haftstrafe auf 13 Jahre fest. Der damalige Generaldirektor der Offenen Aktiengesellschaft LogoVAZ Juli Dubow, der ebenfalls seit vielen Jahren in Großbritannien lebt, wurde in Abwesenheit zu neun Jahren Haft verurteilt.

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