09:51 18 Dezember 2017
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    Moskauer gegen Bau von Moschee in ihrem Stadtbezirk - „Gazeta.ru“

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    Die Moskauer Einwohner haben eine Klage gegen den Bau einer Moschee an die Präfektur eingereicht, schreibt die Onlinezeitung „Gazeta.ru“ am Mittwoch.

    Die Moskauer Einwohner haben eine Klage gegen den Bau einer Moschee an die Präfektur eingereicht, schreibt die Onlinezeitung „Gazeta.ru“ am Mittwoch.

    Die Beamten der Präfektur haben angeblich das von über 1800 Bürgern unterzeichnete Schreiben noch nicht erhalten. Doch die Moschee werde ohne öffentliche Anhörungen nicht gebaut, so die Beamten.

    Laut Michail Butrimow, dem Anführer der Bewegung „Mein Hof“ (diese Bewegung initiierte die Unterschriftensammlung gegen den Bau der Moschee), stehen in 195 Sammellisten bereits 1834 Unterschriften. Im Schreiben handelt es sich darum, dass die Anwohner gegen den Bau einer Moschee protestieren. „Doch es handelt sich gar nicht um Rassenhass oder Feindseligkeit gegenüber den Moslems“, betonte Butrimow.

    2006 wurde an die Präfektur eine Anfrage nach dem Bau einer orthodoxen Kirche auf einem unbebauten Platz eingereicht. Damals hatten die Auftraggeber eine Absage bekommen. Das sei damit begründet worden, dass sehr viele kommunale und Gasleitungen zwischen dem Wolschski Boulevard und der Saratowskaja Straße verlaufen.

    „Es ist schwer zu sagen, wie die Einwohner reagiert wären, wenn es sich um den Bau einer orthodoxen Kirche gehandelt hätte. Wir haben Beschwerden bekommen, als es um den Bau einer Moschee ging. Doch ich möchte betonen, dass die orthodoxe Kapelle eine Fläche von 50 Quadratmetern eingenommen hätte. Für die Moschee werden 0,4 Hektar bereit gestellt. Solche Entscheidungen lösen gewisse Unzufriedenheit und Feindseligkeit aus“, sagte Butrimow.

    Laut Anton Palejew, dem Vorsitzenden der Kommission für Gesellschaftsverbände und religiöse Organisationen, hatte sich die orthodoxe Gemeinde tatsächlich bezüglich des Baus der orthodoxen Kapelle an die Verwaltung des Stadtbezirks gewandt und bekam eine Absage. Was den Bau einer Moschee oder eines anderen Gotteshauses betrifft, müssen in Russland seit 300 Jahren zwei Regeln befolgt werden. Erstens muss der Bau mit der örtlichen religiösen Organisation abgesprochen werden, zweitens muss er von der Bevölkerung gebilligt werden.

    „Die Bauherren müssen öffentliche Anhörungen organisieren“, so Palejew. „Man muss mit den Einwohnern zusammen arbeiten. Auf keinen Fall darf gegen den Willen der Einwohner gebaut werden,“ sagte Palejew.

    Der Leiter der Synodalabteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Oberpriester Wsewolod Tschaplin betonte, dass in den Ländern, wo der Islam oder der Buddhismus dominierende Religionen sind, auch orthodoxe Kirchen gebaut werden. Man kann das Problem also sehr einfach lösen, indem man den Standort des zu bauenden Gotteshauses, seine Größe und architektonischen Besonderheiten mit allen Beteiligten, auch mit den Einwohnern, eingehend erörtert, so Tschaplin.

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