20:56 29 März 2020
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    Die polnische Militärstaatsanwaltschaft gibt nur sehr wenige Informationen zum tragischen Absturz der Präsidentenmaschine im April dieses Jahres im russischen Smolensk heraus.

    Die polnische Militärstaatsanwaltschaft gibt nur sehr wenige Informationen zum tragischen Absturz der Präsidentenmaschine im April dieses Jahres im russischen Smolensk heraus.


    Angesichts dessen haben die einfachen Bürger keine klare Vorstellung von den Umständen des Unglücks, was immer neue Spekulationen über „russische Spuren“ in dieser Tragödie entfacht, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija" am Mittwoch. Besonders viele Anhänger dieser „Verschwörungstheorie“ gibt es unter den Oppositionspolitikern mit Jaroslaw Kaczynski, dem Bruder des gestorbenen Staatschefs, an der Spitze.

    Wie polnische Journalisten jedoch herausfanden, tendieren die Ermittler zu der Version, dass der Absturz großenteils von dem Befehlshaber der polnischen Luftstreitkräfte, Andrzej Blasik, provoziert wurde.

    Es wurde festgestellt, dass es einen Konflikt zwischen General Blasik und der Crew der Präsidentenmaschine gegeben hatte. Einen richtigen Konflikt soll es zwar nicht gegeben haben, aber der 47-jährige Luftwaffenchef soll die Piloten ständig unter Druck gesetzt haben.

    Die Wochenzeitschrift „Wprost“ ließ vor kurzem die Familienmitglieder der gestorbenen Flugzeugcrew zu Wort kommen. So erzählte die Witwe eines Technikers, dass die Piloten auf Initiative des Generals an zahlreichen Überlebensübungen teilnehmen mussten, obwohl die Vorschriften des 36. Sonderregiments der Luftwaffe, das für die Beförderung polnischer Staatsbeamter zuständig war, so etwas gar nicht vorsehen.

    Wie die Witwe des Besatzungschefs Arkadiusz Protasiuk sagte, war ihr Mann wegen Gesundheitsprobleme von diesen Übungen befreit worden, was General Blasik verärgerte. Zugleich konnte der General nicht vergessen, dass sich Protasiuk geweigert hatte, im August 2008 aus Sicherheitsgründen in Tiflis zu landen, weil Georgien damals einen Krieg gegen Russland führte.

    Später sei Protasiuk neben zwei anderen Piloten durch eine Ärztekommission von den Nachtflügen befreit worden, was General Blasik erneut wütend gemacht haben soll, fuhr die Witwe des Piloten fort. Er soll gesagt haben: „Wenn die Piloten nicht in der erforderlichen Verfassung sind, dann sollten sie sie erreichen.“ Kurz danach mussten die „Schuldigen“ einen Marsch durchs Gebirge mit schwerem Gepäck unternehmen, weil der General ihnen die Simulation vorwarf.

    Eine ähnliche Aussage machte ein Pilot, der den Befehlshaber häufig geflogen hatte. Nach seinen Worten hatte General Blasik „die Piloten nie unterdrückt, aber immer Befehle erteilt und dabei keine Widersprüche geduldet.“

    Der frühere Befehlshaber der Landtruppen, General Waldemar Skrzypczak, sagte Journalisten, er würde sich nicht wundern, wenn die Ermittler feststellen sollten, dass sich Blasik zum Zeitpunkt der Bruchlandung im Cockpit befunden hatte. Nach seinen Worten wäre es sogar möglich, dass der General unmittelbar am Steuer gesessen hatte.

    Außerdem ließ Skrzypczak zu, dass die Besatzung des Präsidentenflugzeugs nicht gut genug vorbereitet gewesen war. Wegen des Mangels an Flugzeugen und Geld für Treibstoff wurden die Anforderungen an die Piloten vernachlässigt. Früher musste jeder Pilot mindestens 120 Stunden Flugzeit pro Jahr haben. Jetzt aber seien es nur 80 Stunden, unterstrich er. Es gehe nur um die Fähigkeiten der Piloten. „Ob sie aber eine Tu-154 oder eine Boeing-727 steuern, spielt keine entscheidende Rolle“, so der General.

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