22:43 26 September 2016
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„Schwall von Lügen“: Bout erwartet unfaires US-Gericht - Interview

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Wirbel um mutmaßlichen russischen Waffenhändler Bout (107)
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Der mutmaßliche russische Waffenschieber Viktor Bout, der kürzlich von Thailand an die USA ausgeliefert worden ist, glaubt nicht an ein unvoreingenommenes und objektives Verfahren in den Vereinigten Staaten. Ihm sei ein mildes Urteil versprochen worden, wenn er seine Kontakte preisgebe, so Bout im Interview mit RIA Novosti.

Der mutmaßliche russische Waffenschieber Viktor Bout, der kürzlich von Thailand an die USA ausgeliefert worden ist, glaubt nicht an ein unvoreingenommenes und objektives Verfahren in den Vereinigten Staaten. Ihm sei ein mildes Urteil versprochen worden, wenn er seine Kontakte preisgebe, so Bout im Interview mit RIA Novosti.

„Die US-Regierung hat im Laufe der Anklage absichtlich Fakten aus meinem Leben und meiner Arbeit verzerrt“, sagte Bout am Samstag. Der russische Geschäftsmann sieht sich im Zentrum einer Lügenkampagne, die sich schwallartig über ihn ergieße.

Der in westlichen Medien oft als „Händler des Todes“ bezeichnete Russe wird derzeit in einem New Yorker Gefängnis festgehalten. Die Fragen von RIA Novosti und die Antworten von Bout hat der russische Vizekonsul Alexander Ottschainow übermittelt, der dem Geschäftsmann regelmäßig Besuche abstattet.

 „Die Informationen über mich beruhen auf ungeprüften Daten, Gerüchten, Missverständnissen und blanken Lügen. Die Vereinigten Staaten führen seit zehn Jahren einen Krieg gegen mich und meine Familie – direkt und über die Massenmedien. Unter diesen Bedingungen kann niemand hier, die Richter mit eingeschlossen, als unvoreingenommen gelten.“

 „Mir wurde eine mildere Strafe, ein kürzerer Gefängnisaufenthalt und die Möglichkeit, meine Familie in die USA zu bringen, angeboten“, sagte der mutmaßliche Waffenschieber. Er habe jedoch abgelehnt, da er nichts zu sagen habe, was von Interesse für die USA sein könnte.

Bouts Ehefrau Alla hatte sich zuvor zu Wort gemeldet: Ihr Mann werde zum Sündenbock gemacht und als „Ersatz“ für Osama bin Laden dämonisiert.

Viktor Bout, der sich mit internationalen Güterlufttransporten beschäftigt hatte und 2001 aus dem Business ausgestiegen war, wurde im März 2008 in der thailändischen Hauptstadt Bangkok von der örtlichen Polizei unter Beteiligung von Mitarbeitern der US-Geheimdienste verhaftet.


Am 16. November 2010 wurde Bout an die USA überstellt und am nächsten Tag in vier Punkten - unter anderem wegen Unterstützung des Terrorismus und illegalen Waffenlieferungen - angeklagt. Ihm droht eine Strafe zwischen 25 Jahren Gefängnis und lebenslang. US-Außenamtssprecher Philip Crowley hatte auf einem Briefing Mitte November ein gerechtes, transparentes und öffentliches Verfahren für Bout versprochen.

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