12:14 28 September 2016
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Außenwand von Reaktorgebäude im japanischen AKW Fukushima-1 zerstört (Zusammenfassung 12.30)

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Verheerendes Erdbeben in Japan (279)
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Eine Außenwand des Reaktorgebäudes im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-1 ist nach einer Explosion zerstört worden.

Eine Außenwand des Reaktorgebäudes im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-1 ist nach einer Explosion zerstört worden.

Das teilte die Tokyo Electricity Company am Samstag mit. Weißer Rauch breite sich über dem AKW-Gelände aus. Das Kühlsystem des Reaktors sei nach einem verheerenden Erdbeben am Freitag ausgefallen. Fachleuten sei es gelungen, einen Teil des Gases unter der Schutzhülle des Reaktorblocks freizusetzen und den Druck etwas zu reduzieren, hieß es. Am betroffenen Reaktor wurde Cäsium nachgewiesen. Experten schließen daher nicht aus, dass Atombrennstoff im Reaktorkern eingeschmolzen ist, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Energieministerium Japans meldete.

Eingeschmolzen sind auch Metallwände, die die einzelnen Brennstäbe schützen. Das zeugt davon, dass die Temperatur bereits 1200 Grad Celsius erreicht hat. Cäsiumspuren sind Folge von Uranzerfall. An dem Reaktor wurde eine Strahlung gemessen, die 1000fach über der Norm liegt. Außerhalb des Kraftwerks ist die Strahlung noch normal. Regierungschef Naoto Kan ordnete an, alle Menschen im Umkreis von zehn Kilometern um das Kraftwerk in Sicherheit zu bringen.

Nach dem Ausfall des Kühlsystems mangelt es an Kühlwasser. Brennstäbe ragen über der Wasseroberfläche im Reaktorkern. In der Nacht zum Samstag versuchten die Fachleute, mehr Wasser in den Reaktor zu pumpen, um die Temperatur der Brennstäbe zu senken, die Versuche scheiterten aber. Die Gefahr einer Zerstörung der Reaktorwand konnte aber abgewendet werden, weil ein Teil der Gase aus dem Reaktorkern abgeführt wurde.

Das schwerste Erdbeben in Japan seit 140 Jahren hatte sich am vergangenen Freitag an der Küste der Präfektur Miyagi ereignet. Im Epizentrum des Bebens, das 373 Kilometer nordöstlich von Tokio in einer Tiefe von 24 Kilometern lag, wurde die Stärke 8,9 gemessen. Nach polizeilichen Angaben starben dabei 413 Menschen, 1130 wurden verletzt. Mehr als 700 Einwohner gelten als vermisst. Aus den durch das Beben und den darauf folgenden Tsunami betroffenen Regionen hatten die Behörden 215 000 Menschen in Sicherheit gebracht.

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