15:45 17 Februar 2019
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    Stromzufuhr im AKW Fukushima-1 wieder hergestellt - Experte warnt vor Kettenreaktion (Zusammenfassung)

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    Verheerendes Erdbeben in Japan (279)
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    Japanische Ingenieure haben eine neue Stromleitung zu den beschädigten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima-1 verlegt.

    Japanische Ingenieure haben eine neue Stromleitung zu den beschädigten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima-1 verlegt.

    Das teilte die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit. Zuerst solle die Kühlpumpe der Reaktoranlage 2 mit Strom versorgt werden. Derzeit werde der 3. Reaktor mit Wasser gefüllt, hieß es.

    IAEO: Lage angespannt, aber stabil

    Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) sprach am Donnerstag von einer weiterhin Besorgnis erregenden, aber gewissermaßen stabilen Situation im Atomkraftwerk Fukushima-1. "Eine nennenswerte Verschlechterung blieb in den zurückliegenden 24 Stunden aus", sagte IAEO-Experte Graham Andrew nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters.

    Am schlimmsten ist es nach seiner Meinung um den Reaktor 4 bestellt. "Die Temperatur im Kernbrennstoffdepot ist deutlich über der Norm, der Kühlwasserpegel sinkt, es besteht die Gefahr einer nuklearen Kettenreaktion", sagte er.

    Betreiber TEPCO warnt vor hohen Temperaturen

    Der AKW-Betreiber TEPCO warnt jetzt vor einer Überhitzung verbrauchter Brennstäbe auch an den Reaktoranlagen 5 und 6. "Die Temperatur des Kühlwassers in den Depots für verbrauchten Kernbrennstoff könnte gefährlich steigen. Nicht ausgeschlossen ist die Situation wie in den Reaktoren 1, 2, 3 und 4", berichtete die Zeitung "Mainichi" unter Berufung auf einen TEPCO-Sprecher. In den ersten vier Reaktoren war es zuvor zu einer partiellen Kernschmelze gekommen.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo hat die Temperatur in den Kernbrennstoffdepots der 5. und der 6. Reaktoranlage bereits 64 Grad Celsius erreicht. Da die beiden Depots ein und das selbe Kühlsystem hätten, seien sie beide gefährdet.

    IAEO-Chef fliegt nach Japan ab

    Am Donnerstag flog IAEO- Generaldirektor Yukiya Amano nach Japan ab. Er wolle sich persönlich über das Ausmaß des jüngsten Erdbebens in seinem Land und über Anstrengungen der Fachleute zur Beseitigung der Folgen des Atomunglücks im schwer betroffenen Atomkraftwerk Fukushima-1 informieren, sagte Amano nach Angaben der Nachrichtenagentur AP. Zuvor hatte er die Situation in Fukushima-1 als "überaus ernsthaft" bezeichnet.

    Gegenwärtig versuchen die Spezialisten, die havarierten Reaktoren im AKW mit Wasser abzukühlen, um eine weitere Kernschmelze zu verhindern. Dabei kommen unter anderem Armeehubschrauber zum Einsatz, die Wasser auf die erhitzten Brennstäbe abwerfen.

    Russland bleibt Löscharbeiten an Reaktoren fern


    Russische Fachleute werden nicht an den Arbeiten unmittelbar an beschädigten Reaktoren teilnehmen, sagte eine Sprecherin des russischen Zivilschutzministeriums. "Die japanische Seite hat uns nichts darum gebeten". Zuvor hatte der amtliche Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, angekündigt, dass Russland Japan beliebige Hilfe erweisen wird, darunter auch beim Abkühlen der beschädigten Reaktoren.

    Russische Rettungskräfte, die im Raum der zerstörten Stadt Sendai ein Territorium von 100 Quadratkilometern untersucht hatten, werden demnächst in ein anderes Gebiet verlegt. In Sendai habe man keine Überlebenden mehr gefunden, hieß es. Bei dem schwersten Erdbeben vom 11. März und dem verheerenden Tsunami kamen nach Behördenangaben etwa 15 000 Menschen ums Leben bzw. werden vermisst.

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