05:20 22 Juli 2018
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    Nach Reaktorunfall in Japan: Indien erwägt Verzicht auf große AKW

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    Nach der Atomkatastrophe in Japan erwägt Indien einen Verzicht auf den Bau großer Atomkraftwerke. Umweltminister Jairam Ramesh schließt nicht aus, dass künftig in Indien nur mehr kleinere Atomanlagen errichtet werden.

    Nach der Atomkatastrophe in Japan erwägt Indien einen Verzicht auf den Bau großer Atomkraftwerke. Umweltminister Jairam Ramesh schließt nicht aus, dass künftig in Indien nur mehr kleinere Atomanlagen errichtet werden.

    "Vielleicht soll man statt eines großen Atomkraftwerks mehrere kleinere bauen“, sagte Ramesh am heutigen Freitag in Neu-Delhi.

    Dadurch wäre vor allem das Projekt des französischen Areva-Konzerns gefährdet, der im westindischen Bundesstaat Maharashtra ein gigantisches Kraftwerk mit insgesamt sechs Reaktoren bauen will. Auch der geplante Ausbau des von Russland errichteten AKW Kudankulam von gegenwärtig zwei auf acht Reaktoren wäre unmöglich.

    Angesichts des Atomunfalls in Japan hatte die indische Regierung angekündigt, die Sicherheit in allen bestehenden und geplanten Atomkraftwerken des Landes zu überprüfen.

    Wie Umweltminister Jairam Ramesh sagte, habe ihn die Atomkatastrophe in Japan, einem Land „mit diszipliniertem Personal und einer hohen Ingenieurskultur“, geschockt. Einen Ausstieg Indiens aus der Kernenergie lehnte der Minister jedoch strikt ab.

    Am Freitag vergangener Woche hatte ein Erdbeben der Stärke 9 Japans nordöstliche Küste erschüttert und einen riesigen Tsunami ausgelöst.

    In den Folgetagen kam es in dem in der Bebenregion liegenden Atomkraftwerk Fukushima I zu mehreren Explosionen, bei denen die Schutzhülle der Anlage beschädigt wurde und die Strahlung in der Umgebung dramatisch anstieg. Im Umkreis von 20 km wurde am selben Tag mit einer Evakuierung begonnen.

    Nach amtlichen Angaben starben bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe über 5 400 Menschen, tausende erlitten Verletzungen. Rund 9 600 weitere gelten als vermisst.

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