04:07 17 Oktober 2017
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    Großbritannien und seine Hacker: 19-jähriger Autist kommt auf Kaution frei

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    Ein britisches Gericht hat den 19-jährigen mutmaßlichen Hacker Ryan Cleary, der vorige Woche bei einem gemeinsamen Einsatz von FBI und Scotland Yard festgenommen worden war, auf Kaution freigelassen. Der Teenager, der für einige Cyber-Angriffe im vorigen Jahr verantwortlich gemacht wird, soll angeblich unter dem Asperger-Syndrom leiden.

    Ein britisches Gericht hat den 19-jährigen mutmaßlichen Hacker Ryan Cleary, der vorige Woche bei einem gemeinsamen Einsatz von FBI und Scotland Yard festgenommen worden war, auf Kaution freigelassen. Der Teenager, der für einige Cyber-Angriffe im vorigen Jahr verantwortlich gemacht wird, soll angeblich unter dem Asperger-Syndrom leiden.

    Der 19-Jährige der unter Verdacht steht, Cyberangriffe auf die für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens SOCA zuständige Polizeibehörde organisiert zu haben, soll angeblich ein führendes Mitglied der Hackergruppe Lulz Security (LulzSec) sein, die sich zu Aufsehen erregenden Cyber-Angriffen auf das FBI, CIA-Geheimgefängnisse und die US-Regierung bekannt hat, hieß es.

    Die Gruppe selbst, die sich ohnehin offiziell aufgelöst haben will, hat eine Beteiligung Clearys allerdings zurückgewiesen.

    Der junge Mann war in der Grafschaft Essex nordöstlich von London verhaftet worden. Bereits nach der Festnahme stellte sich heraus, dass Cleary unter dem Asperger-Syndrom leidet. Asperger-Patienten zeichnen sich oft durch hohen Intellekt, begleitet von wenig entwickelten sozialen Fähigkeiten aus.

    Bedingung für die Freilassung des Jugendlichen, dem eine elektronische Fußfessel angelegt werden soll, war, dass er keinen Zugang zum Internet hat. Außerdem muss er sich von neun Uhr abends bis sieben Uhr morgens zu Hause aufhalten und darf das Haus nur in Begleitung seiner Eltern verlassen. Über die Kautionssumme wurde nichts bekannt.

    Clearys Diagnose weckt Erinnerungen an den Fall eines anderen britischen Hackers, Gary McKinnon, der nach dem 11. September 2001 - angeblich mit einem vorsintflutlichen 56 kb-Modem - in US-Militärcomputer eingedrungen war. Nach eigenen Angaben hatte der 45-Jährige dort nach Beweisen für die Existenz von Außerirdischen gesucht. Eine Auslieferung an die USA hatte sich wegen der Debatte über seinen Gesundheitszustand verzögert.