04:03 17 Oktober 2017
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    Kreml-Experten geben im Herbst Gutachten zu Chodorkowski-Prozess ab

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    Prozess gegen Michail Chodorkowski (218)
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    Der Kreml-Rat zur Förderung der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte, der im Auftrag von Präsident Dmitri Medwedew den international kritisierten Schuldspruch gegen Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski begutachtet, will im Herbst seine Bewertung dazu abgeben.

    Der Kreml-Rat zur Förderung der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte, der im Auftrag von Präsident Dmitri Medwedew den international kritisierten Schuldspruch gegen Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski begutachtet, will im Herbst seine Bewertung dazu abgeben.

    Dies teilte der Ratsvorsitzende Michail Fedotow an Dienstag in Naltschik (Nordkaukasus) mit. Die Begutachtung sei noch nicht abgeschlossen. „Wir hoffen, dass das Gutachten der Experten im Herbst vorliegt.“

    Der Prozess gegen Michail Chodorkowski, einst Chef des Ölkonzerns Yukos, gehört zu den spektakulärsten der letzten Jahre in Russland. Anfang der 2000er-Jahre hatten die russischen Behörden dem Topmanagement des damals größten Ölkonzerns des Landes Wirtschaftsdelikte zur Last gelegt. Später ging Yukos bankrott und sein Vermögen an die Staatsfirma Rosneft. Im Westen gelten Chodorkowski und Lebedew als Polit-Häftlinge, was die russischen Behörden kategorisch abstreiten.

    Im Dezember wurden Chodorkowski und sein Geschäftspartner Platon Lebedew wegen Öldiebstahls zu jeweils 14 Jahren Haft verurteilt worden. In einem Berufungsverfahren im Mai bestätigte das Moskauer Stadtgericht den Schuldspruch, milderte jedoch die Haftstrafe um ein Jahr. Da die beiden Männer bereits seit 2003 wegen Betrugs und Steuerhinterziehung einsitzen und die erste Haftzeit angerechnet wird, müssen sie voraussichtlich bis 2016 im Gefängnis bleiben.

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