17:26 25 Juni 2017
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    US-Menschenversuche in Guatemala forderten 83 Tote - Kommissionsbericht

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    Mindestens 83 Menschenleben haben medizinische Experimente gefordert, die US-Wissenschaftler in den Jahren 1946 bis 1948 im zentralamerikanischen Guatemala angestellt haben.

    Mindestens 83 Menschenleben haben medizinische Experimente gefordert, die US-Wissenschaftler in den Jahren 1946 bis 1948 im zentralamerikanischen Guatemala angestellt haben.

    Das geht aus dem Bericht einer von US-Präsident Barack Obama einberufenen Kommission hervor.

    Die USA gaben Anfang Oktober vorigen Jahres offiziell zu, dass amerikanische Ärzte in den 40er-Jahren in Guatemala Testpersonen – hauptsächlich Prostituierte – zu Forschungszwecken absichtlich mit Gonorrhoe und Syphilis infiziert hatten. 

    Nach Angaben von Kommissionsmitglied Stephen Hauser waren etwa 5500 Menschen in der einen oder anderen Form den Experimenten, die der Erforschung der Penizillintherapie dienen sollten, ausgesetzt worden. 83 von ihnen starben. „Insgesamt 1300 Menschen waren absichtlich mit Gonnorhoe und Syphilis infiziert worden. Nur die Hälfte von ihnen erhielt eine gebührende Behandlung“, betonte Hauser.

    Kurz nachdem sich die USA offiziell zu der Durchführung der Experimente in Guatemala bekannt hatten, entschuldigte sich Obama in einem Telefongespräch mit dem guatemaltekischen Präsidenten Alvaro Colom dafür. US-Außenministerin Hillary Clinton und Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius betonten, dass derartige Experimente den amerikanischen Werten zuwider laufen.

    Nach Angaben von guatemaltekischen Menschenrechtlern hatte die Regierung von Guatemala den Amerikanern erlaubt, Experimente anzustellen. Die Probanden selbst ahnten jedoch nichts von den Menschenversuchen.

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