23:22 23 November 2017
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    Drogenkonsum in Russland: Seit zehn Jahren im Aufwärtstrend - Expertin

    © RIA Novosti. Sergey Venyavsky
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    Die Situation mit dem Drogenkonsum in Russland hat sich laut Medizinern in den letzten zehn Jahren nicht zum Besseren verändert, sondern wird im Gegenteil immer kritischer.

    Die Situation mit dem Drogenkonsum in Russland hat sich laut Medizinern in den letzten zehn Jahren nicht zum Besseren verändert, sondern wird im Gegenteil immer kritischer.

    „Die Situation mit den Drogen vertieft sich in den letzten zehn Jahren. Wir beobachten vorläufig keine günstigen Tendenzen“, sagte die wissenschaftliche Leiterin am Nationalen Forschungszentrum für Narkologie, Valentina Kirschanowa, in einer wissenschaftlichen Konferenz zur medizinischen Hilfe für Drogenabhängige.

    Der Expertin zufolge geht die entstandene Situation auf das ungeregelte Angebot an Rauschgiften zurück. „Unsere Grenzen sind offen, von allen Seiten her strömen zu uns Marihuana, Opiate und alles nur Mögliche“, so die Wissenschaftlerin.

    Valentina Kirschanowa führte als positives Beispiel Kaliningrad (eine russische Exklave in Osteuropa) an, wo das Problem mit dem Drogenschmuggel gelöst wurde, nachdem die Lieferkanäle abgeriegelt worden waren. „Die Zahl der Heroin-Konsumenten ging dadurch zurück. Doch ein anderes Problem tauchte auf: Aus Europa werden nach Russland zunehmend Psychostimulanzien geliefert“, teilte die Rednerin mit. (Psychostimulanzien verdrängen Müdigkeit und Erschöpfung, steigern die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie unterdrücken das Hungergefühl - d. Red.).

    Um die Situation zu verbessern, muss das Problem der Expertin zufolge in einem  Komplex behandelt werden. „Es gilt, in allen Richtungen zu handeln“, sagte sie.

    Nach Angaben des russischen Ministeriums für Gesundheitswesen und Soziales sind in Russland  fast 550 000 Drogenabhängige registriert. Nach Experten-Einschätzungen der sind in Russland jedoch fast 2,5 Millionen Menschen drogensüchtig.

    Laut Statistik zu Russland bekommen im Durchschnitt die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren die ersten Erfahrungen mit Drogen. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Drogenkonsumenten in der Altersstufe zwischen neun und 13 Jahren zu. 20 Prozent der Drogenabhängigen sind Schüler, 60 Prozent sind junge Menschen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren. 20 Prozent der Drogensüchtigen sind ältere Menschen.


     

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