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    Hugo Chávez: Krebs breitet sich aus – Zeitung

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    Gesundheitszustand von Hugo Chávez (84)
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    Der venezolanische Präsident Hugo Chávez kann wegen seiner progressierenden Krebserkrankung, die bereits auf das Knochengewebe übergegriffen hat, womöglich nicht bei den Präsidentenwahlen im Oktober 2012 antreten, heißt es am Donnerstag in einem Artikel in der für Lateinamerika bestimmten elektronischen Fassung des „Wall Street Journal“.

    Der venezolanische Präsident Hugo Chávez kann wegen seiner progressierenden Krebserkrankung, die bereits auf das Knochengewebe übergegriffen hat, womöglich nicht bei den Präsidentenwahlen im Oktober 2012 antreten, heißt es am Donnerstag in einem Artikel in der für Lateinamerika bestimmten elektronischen Fassung des „Wall Street Journal“.

    Die Zeitung beruft sich dabei auf Quellen im Umfeld der behandelnden Ärzte des Staatschefs von Venezuela sowie auf einen Bericht der European Intelligence Agency, der Journalisten zugespielt wurde.

    Hugo Chávez hatte sich im Juni in Havanna einen bösartigen Darmtumor und einen Abszess im Beckenbereich entfernen lassen. Für die ersten beiden Chemotherapien reiste Chávez nach Kuba. Der dritten Chemotherapie, die am 3. September abgeschlossen war, unterzog er sich in einem Militärspital in Caracas. Die vierte Therapie fand erneut in Kuba statt.

    Die venezolanische Regierung und der Staatschef selbst beteuern, dass durch die Behandlung die Krankheit vollständig besiegt werden konnte. „In meinem Organismus sind keine bösartigen Geschwülste. Es gibt auch keine abnormale Zelltätigkeit“, so Chávez nach seiner Rückkehr von einer Untersuchung in Kuba Ende Oktober.

    Den Informationen des „Wall Street Journal“ zufolge hat das behandelnde Ärzteteam jedoch festgestellt, dass die Krebszellen nicht nur keineswegs besiegt sind, sondern bereits auf andere Organe übergegriffen haben. Davon betroffen sein sollen die Knochen und im Anfangsstadium auch die Gehirnzellen.

    „Wenn Chávez‘ Krebserkrankung bereits das Knochensystem erreicht hat, kann man davon ausgehen, dass das Stadium der Unheilbarkeit eingetreten ist“, zitiert die Internetzeitung Dr. Alan Venook, führender Krebsspezialist an der Universität von Kalifornien.

    Zuvor hatte bereits Dr. Salvador Navarrete, der Chirurg, der Chávez in Venezuela behandelt hatte, eine unerfreuliche Prognose über den Gesundheitszustand des Präsidenten gestellt: Ihm zufolge besteht bei der bei Chávez festgestellten onkologischen Erkrankung keine Hoffnung auf einen glimpflichen Ausgang. Der Arzt führt dabei die Entscheidung, in Venezuela vorgezogene Präsidentenwahlen durchzuführen, auf eben jene negativen Heilungschancen von Chávez zurück. Die Wahlen sind für den 7. Oktober 2012 angesetzt – nicht wie üblich für Dezember.

    Dieser Meinung äußerte Ende September 2011 auch der Ex-US-Botschafter in der Organisation Amerikanischer Staaten Roger Noriega, der Venezuela vorwarf, die Wahrheit über Chávez‘ tatsächlichen Zustand zu verschweigen, da seine Gesundheit die Gewähr für einen Sieg bei den Präsidentenwahlen darstelle. Die USA müssen sich darauf gefasst machen, dass Chàvez von der politischen Bühne tritt, so Noriega.

    Nach seinen Aussagen wurde Navarrete das Aufenthaltsrecht in Venezuela entzogen. Die Polizei führte in seiner Klinik eine Hausdurchsuchung durch, seine Worte wurden von einer Reihe anderer venezolanischer Ärzte widerlegt und Chávez selbst nannte den Chirurgen einen Betrüger.
    Hugo Chávez ist seit 1999 Staatschef. Seine Amtszeit geht am 10. Januar 2013 zu Ende – er hat aber vor, noch einmal für weitere sechs Jahre wiedergewählt zu werden.

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