07:08 23 Juni 2017
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    Afghanische Kommission ermittelt neue Details: Blutbad in Kandahar ein Racheakt?

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    Die afghanische Parlamentskommission, die zur Untersuchung der Ermordung von 16 Zivilisten in Südafghanistan (Provinz Kandahar, Kreis Pandschwai) einige Tage vor Ort verbracht hatte, hat am Samstag in einer Sitzung im Parlamentsunterhaus neue Details zu dem Massaker mitgeteilt.

    Die afghanische Parlamentskommission, die zur Untersuchung der Ermordung von 16 Zivilisten in Südafghanistan (Provinz Kandahar, Kreis Pandschwai) einige Tage vor Ort verbracht hatte, hat am Samstag in einer Sitzung im Parlamentsunterhaus neue Details zu dem Massaker mitgeteilt.

    Wie afghanische Medien berichteten, hatten am 11. März mehrere US-Soldaten in zwei Siedlungen in Kandahar mindestens 16 Zivilisten, darunter neun Kinder, erschossen. Um die Spuren des Verbrechens zu verwischen, hatten die Täter die Leichen in Brand gesteckt.

    Dem Kommissionschef Hamidzai Lalai und der Parlamentsabgeordneten von der Provinz Kandahar, Schakilja Haschemi, zufolge, hatte die Gruppe der US-Soldaten das Blutbad bei Pandschwai absichtlich angerichtet, teilt die Nachrichtenagentur Pazhwak mit. Kurz vor der Tragödie war ein amerikanischer Schützenpanzerwagen auf eine Sprengladung aufgefahren. Die ganze Besatzung kam dabei ums Leben. Laut Augenzeugen sollen die Militärs dafür Rache an den Einwohnern der nahe gelegenen Siedlung geschworen haben.

    Nach Angaben afghanischer Ermittler waren bis zu 20 US-Soldaten in das Massaker verwickelt. Laut der Parlamentskommission hatten die US-Soldaten vor dem Mord zwei afghanische Frauen vergewaltigt.

    Das Parlament forderte, gegen alle US-Soldaten, die am Blutbad beteiligt waren, einen Prozess in Afghanistan einzuleiten und die Verbrecher nach afghanischen Gesetzen zu richten, teilt die Nachrichtenagentur mit.

    Nach dem Vorfall hatte Präsident Karsai gefordert, dass die Nato-Truppen bereits 2013, ein Jahr früher als geplant, Afghanistan verlassen.

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