15:26 20 Juni 2018
SNA Radio
    Alexander Lukaschenko

    Teddygate in Weißrussland: Lukaschenko feuert Generäle – „Nowyje Iswestija“

    © Sputnik /
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Beziehungen zwischen Weißrussland und Schweden nach "Teddybären-Attacke" (15)
    0 0 0

    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Wort gehalten und zwei Generäle entlassen, die in den „Teddybären-Skandal“ verwickelt waren, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Wort gehalten und zwei Generäle entlassen, die in den „Teddybären-Skandal“ verwickelt waren, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Bei den Geschassten handelt es sich um den Vorsitzenden des Grenzschutzkomitees, Igor Ratschkowski, und den Befehlshaber der Luftstreit- und Luftabwehrkräfte, Dmitri Pachmelkin. Verteidigungsminister Juri Schadobin und sein Stellvertreter Pjotr Tichonowski wurden verwarnt, genauso wie der Staatssekretär des Sicherheitsrats, Leonid Malzew, und der Chef des Komitees für Staatssicherheit (KGB), Wadim Saizew.

    Am 4. Juli war im Internet ein Video aufgetaucht, auf dem ein Kleinflugzeug mit einem schwedischen PR-Team unbemerkt mehr als 100 Kilometer über weißrussisches Staatsgebiet, darunter über die Hauptstadt Minsk, flog. Die Schweden warfen Dutzende Teddybären mit Protestlosungen, beispielsweise zur Lage der Pressefreiheit, ab. Mit der Zeit verrieten die Schweden immer mehr Einzelheiten ihres Abenteuers, so dass am Ende offenbar nur das weißrussische Verteidigungsministerium an Wahrhaftigkeit dieser Geschichte zweifelte.

    Die Militärs behaupteten, die Fotos und Videos mit den Teddybären wären per Photoshop und Videomontage entstanden und seien eine Provokation. Der weißrussische KGB nahm dennoch zwei Bürger fest, die angeblich die Schweden bei der Vorbereitung ihrer Aktion unterstützt hatten. Einer von ihnen ist ein Immobilienmakler, der für die Schweden eine Wohnung gefunden hatte, in der sie wohnten, als sie kurz davor Minsk besucht hatten. Der andere ist der Fotograf, der als erster die Teddybärenfotos veröffentlichte.

    Am 26. Juli, drei Wochen später, gaben die ranghohen Militärs den Vorfall während einer Beratung mit Präsident Lukaschenko zu.

    Lukaschenko hatte Mitte Juli, also nach dem Zwischenfall, mehr als 40 Offiziere der Luftabwehr mit Medaillen für hervorragende Leistungen ausgezeichnet, unter anderem jene Militärs, die für den Schutz der von den Schweden verletzten Grenze zu Litauen zuständig sind. Zwei Wochen später wurden sie ihres Postens enthoben.

    Es ist nicht das erste Mal, dass die weißrussische Luftabwehr ihre Führung verliert. Der entlassene General Pachmelkin war der dritte Befehlshaber dieser Waffengattung binnen 1,5 Jahren und hatte den Posten nur ein halbes Jahr lang bekleidet.

    Die Teddybären-Geschichte bereitet den weißrussischen Behörden aber nicht nur innerhalb des Landes Kopfschmerzen. In vielen Ländern protestieren vor weißrussischen Botschaften Menschen mit Teddybären in den Händen gegen die Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit.

    Die schwedischen Grenzverletzer sind über Nacht populär geworden. Teddybären mit der Losung „Wir fordern Pressefreiheit!“ werden auf Pyjamas, Taschen und sogar Babylätzchen abgedruckt und verkauft.

    Themen:
    Beziehungen zwischen Weißrussland und Schweden nach "Teddybären-Attacke" (15)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren