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19:16 16 Juli 2019
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    Radioaktive Abfälle

    Ukraine sucht nach Möglichkeiten für Atommüll-Endlagerung

    © RIA Novosti . A. Solomonow
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    Die Ukraine weiß noch keine Lösung für das Problem der Dauerlagerung von verarbeiteten radioaktiven Abfällen, die Russland ab dem Jahr 2013 zurückliefern soll, sagte der kommissarische Chef der ukrainischen Agentur für die Verwaltung der Tschernobyl-Sperrzone, Dmitri Bobro, am Freitag in Kiew auf einer Pressekonferenz.

    Die Ukraine weiß noch keine Lösung für das Problem der Dauerlagerung von verarbeiteten radioaktiven Abfällen, die Russland ab dem Jahr 2013 zurückliefern soll, sagte der kommissarische Chef der ukrainischen Agentur für die Verwaltung der Tschernobyl-Sperrzone, Dmitri Bobro, am Freitag in Kiew auf einer Pressekonferenz.
     
    Der ukrainische AKW-Betreiber Energoatom liefert laut einem Abkommen mit der russischen Atomholding Rosatom regelmäßig abgearbeiteten Kernbrennstoff zur Lagerung und Verarbeitung an die russische Produktionsvereinigung Majak (Gebiet Tscheljabinsk) ab. 
     
    Das Basisabkommen vom Jahr 1993 über die Verarbeitung von Kernbrennstoff sieht unter anderem die Verpflichtung der ukrainischen Seite, Produkte der Brennstoffverarbeitung - vitrifizierte hochaktive radioaktive Abfälle - nach dem Ablauf von 20 Jahren seit ihrer ersten Entladung zurückzunehmen. 
     
    Majak verarbeitet Kernbrennstoff aus WWER-440-Reaktoren. In einem weiteren Betrieb, dem Bergbau- und Chemiekombinat Krasnojarsk (Ostsibirien), wird bestrahlter Brennstoff aus WWER-1000-Reaktoren zeitweilig gelagert. Es gibt derzeit keine effektive Verarbeitungstechnologie für Brennstoff dieser Art. Nach ukrainischem Recht soll hochaktiver Atommüll in speziell ausgewählten geologischen Formationen endgelagert werden. Die Ukraine hat noch keine Orte für die Endlagerung von Atommüll auf ihrem Territorium festgelegt.     
     
    Laut Bobro verfügt die Ukraine nur über Zwischenlager für radioaktive Abfälle. Sollte innerhalb dieses Jahres keine prinzipielle Entscheidung über den Bau eines Endlagers getroffen werden, werde sich dieses Problem ab dem Jahr 2015 noch mehr verschärfen. Dies bedeute, dass der ukrainische AKW-Betreiber zusätzlich die Lagerung von Atommüll in Russland bezahlen müssen werde, so Bobro.

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