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04:06 19 September 2019
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    Zeichentrick-Jesus als Pussy-Riot-Fan: Duma-Abgeordneter will „South Park“ verbieten

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    Selbst Jesus will Freiheit für Pussy Riot. Diese Darstellung in der bekannten sozialkritischen US-Zeichentricksatire „South Park“ ist too much für einen russischen Duma-Abgeordneten: Er verlangt ein Verbot der Serie in Russland.

    Selbst Jesus will Freiheit für Pussy Riot. Diese Darstellung in der bekannten sozialkritischen US-Zeichentricksatire „South Park“ ist too much für einen russischen Duma-Abgeordneten: Er verlangt ein Verbot der Serie in Russland.

    Gastauftritte vom Sohn Gottes sind in der US-Kultserie keine Seltenheit. Auch Mohammed kam bereits in mehreren Episoden vor – Todesdrohungen von aufgebrachten Moslems an die Schöpfer von „South Park“ blieben nicht aus. In der jüngsten Folge, die dem Fall von Lance Armstrong gewidmet ist, enthüllt Jesus unter seiner weißen Robe ein schwarzes T-Shirt mit derselben Aufschrift, wie sie schon beim Moskau-Konzert von Madonna den Rücken der Pop-Diva geziert hatte. „Tragen wir unsere Message nicht mehr auf Armbändern, sondern dort, wo sie hingehört – auf T-Shirts. Free Pussy Riot!“, legen die Macher von „South Park“ dem Heiligenscheinträger in den Mund.

    Nicht lustig, fand Staatsduma-Abgeordneter Wladimir Dengin von der Liberaldemokratischen Partei Russlands (LDPR).

    „Wenn bei diesem ‚South Park‘ Jesus gezeigt wird, muss das eine harte Reaktion nach sich ziehen, bis hin zu einem Ausstrahlungsverbot auf dem russischen Territorium“, so der Parlamentarier. Ihm zufolge versuchen „irgendwelche Schurken schon wieder, unsere russisch-orthodoxe Kirche zu erniedrigen“. Es sei sehr fraglich, ob diese Leute Russland gegenüber gut gesinnt seien, sagte Dengin im Gespräch mit dem Radiosender Business FM. Mit den Verantwortlichen beim TV-Sender 2x2, der die Serie ausstrahlt, müsse man ein ernstes Wörtchen reden und „ihnen erklären, dass das nicht richtig ist“.

    „Ich würde diesen idiotischen Trickfilm überhaupt verbieten. (…) Es gibt genügend russische und sowjetische Zeichentrickfilme, die man sich mit Vergnügen ansehen kann und das Wichtigste dabei – sie tragen zur Bildung der Kinder bei und bringen ihnen die Kultur näher“, sagte der Duma-Abgeordnete dem Internetportal LifeNews.

    Als Alternative zu „South Park“ schlägt der LDPR-Politiker vor, einen „innovativen Kanal“ zu starten, der „über talentierte Kids berichtet, die etwas für das Land leisten“ – auch Dmitri Medwedew und Wladimir Putin hätten diese Idee bereits geäußert.

    In Russland wird derzeit die 15. Staffel von „South Park“ ausgestrahlt. Die neuesten Folgen können ungeduldige Fans mit Untertiteln oder Amateur-Synchronisation im russischsprachigen Internet verfolgen.

    Am Mittwochabend (Donnerstagmorgen nach MEZ) wurde die Episode ausgestrahlt, in der sich Jesus als Pussy-Riot-Fan outet.

    Tags darauf sprach sich der russische Premier Dmitri Medwedew für eine Freilassung der inhaftierten Mitglieder der Frauenband Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa aus.

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