21:00 29 März 2017
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    Kein Luther-Preis für Pussy Riot: Russische Skandalband geht leer aus

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    Die russische Skandalband Pussy Riot ist nach ihrer umstrittenen Nominierung für den Luther-Preis „Das unerschrockene Wort“ bei der Juri durchgefallen. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde der bayerischen Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ von Gastwirten zugesprochen.

    Die russische Skandalband Pussy Riot ist nach ihrer umstrittenen Nominierung für den Luther-Preis „Das unerschrockene Wort“ bei der Juri durchgefallen. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde der bayerischen Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ von Gastwirten zugesprochen.

    Ihre Entscheidung gab die Jury am Samstag in Eisleben (Sachsen-Anhalt) bekannt, wie die Deutsche Welle berichtet. Der Preis soll im April 2013 in verliehen werden. Zuvor bereits war die Pussy Riot beim Sacharow-Preis gescheitert.

    Noch vor der Entscheidung über die Luther-Preis-Vergabe hatte der Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, die Lutherstädte aufgefordert, den Preis der russischen Punk-Band Pussy Riot zuzuerkennen. „So wie Martin Luther seine Thesen gegen den Papst an eine Kirchentür angeschlagen hat, so haben die Frauen von Pussy Riot eine Kirche für ihren Protest gegen Präsident Wladimir Putin genutzt. Eine tiefere Symbolik und einen besseren Preisträger kann es kaum geben“, hatte er gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung gesagt.

    Mit dem Luther-Preis werden alle zwei Jahre Menschen geehrt, die im Sinne des Reformators Martin Luther Zivilcourage gezeigt haben und ihre Überzeugung mutig gegen Widerstände verteidigen.

    Die Stadt Wittenberg hatte Pussy Riot für den Preis nominiert und damit Kritik auf sich gezogen. Die Band war nach ihrer skandalösen Aktion in der Moskauer Erlöser-Kathedrale bekannt. Fünf Frauen in Sturmmasken und greller Kleidung hatten im Februar in dem wichtigsten Gotteshaus der Russisch-Orthodoxen Kirche ein gegen Präsident Wladimir Putin gerichtetes „Punkgebet“ aufgeführt. Das Video der Performance wurde im Internet veröffentlicht und sorgte landesweit für großes Aufsehen.

    Im August verurteilte ein Gericht in Moskau Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) - beide Mütter kleiner Kinder - sowie Jekaterina Samuzewitsch (30) wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu je zwei Jahren Haft.  Das Urteil löste geteilte Reaktionen in der russischen Öffentlichkeit aus und stieß im Westen auf Kritik. In einem Revisionsverfahren im Oktober wurde die Haftstrafe für Samuzewitsch durch eine Bewährungsstrafe ersetzt.

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