09:00 05 April 2020
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    Streit um Schneerson-Sammlung: US-Chassiden wollen keine Arretierung russischer Kunstschätze

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    Die US-amerikanische jüdische Organisation Chabad-Lubavitch hat den Vorwurf Russlands zurückgewiesen, die Beschlagnahme russischer Kunstschätze auf US-Territorium als Entschädigung für die in Russland befindlichen Bücher und Dokumente aus der „Schneerson-Bibliothek“ durchsetzen zu wollen. Das geht aus einer Mitteilung dieser chassidischen Organisation hervor.

    Die US-amerikanische jüdische Organisation Chabad-Lubavitch hat den Vorwurf Russlands zurückgewiesen, die Beschlagnahme russischer Kunstschätze auf US-Territorium als Entschädigung für die in Russland befindlichen Bücher und Dokumente aus der „Schneerson-Bibliothek“ durchsetzen zu wollen. Das geht aus einer Mitteilung dieser chassidischen Organisation hervor.
     
    Das Districtgericht von Columbia hatte am 16. Januar die russische Regierung verpflichtet, bis zur Rückgabe der Sammlung an die chassidische Gemeinde täglich 50 000 US-Dollar zu zahlen. 
     
    Die Sammlung von hebräischen Büchern und Manuskripten, die Josef Itzhak Schneerson, dem sechsten Rabbiner der Chabad-Dynastie aus dem früheren ukrainischen Ort Lubawitschi (heute im russischen Gebiet Smolensk), gehört hatte, befindet sich heute im Besitz Russlands.  
     
    „Die Chabad-Bewegung ist nicht gewillt, die Erfüllung des Gerichtsbeschlusses bzw. der Order über seine Nichterfüllung durch eine Arretierung von Kunstgegenständen von hohem Kulturwert durchzusetzen, und geht dabei von den Gesetzen aus, die die Immunität solcher Schätze garantieren…“, heißt es in der Mitteilung. 
     
    Die Chabad-Organisation behauptet, dass russische Offizielle in ihren Kommentaren die Position der Organisation Chabad-Lubavitch entstellt interpretiert hätten, um die US-amerikanische Öffentlichkeit gegen sie einzustimmen. In der Mitteilung wird darauf verwiesen, dass Chabad-Lubavitch, die weltweit größte jüdische Organisation, 4500 internationale Filialen vereint. Die Unantastbarkeit von russischen Kunstgegenständen auf US-amerikanischem Territorium sei auch durch ein Memorandum des Districtgerichtes garantiert, das den Beschluss zur Klage der Chabad-Organisation gefasst habe. (Der Gerichtsbeschluss liegt RIA Novosti im Wortlaut vor.) 
     
    Schneerson wurde 1927 aus der Sowjetunion ausgewiesen. Er brachte seine Sammlung zuerst nach Lettland und dann nach Polen, wo er sie nach dem Überfall von Hitlerdeutschland auf dieses Land beließ. Die Bibliothek wurde nach Deutschland verlagert, wo sie zu Kriegsende 1945 von der Roten Armee entdeckt und in die Sowjetunion gebracht wurde.

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