10:48 26 Juli 2017
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    Lawrow: Ermittlungen zu illegalem Organhandel im Kosovo durch EU behindert

    Lawrow: Ermittlungen zu illegalem Organhandel im Kosovo durch EU behindert

    © Sputnik/ Alexej Filippow
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine unkonstruktive Position der Europäischen Union bei den Ermittlungen zum Handel mit Organen entführter Menschen im Kosovo kritisiert.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine unkonstruktive Position der Europäischen Union bei den Ermittlungen zum Handel mit Organen entführter Menschen im Kosovo kritisiert.

    Auf einer Pressekonferenz zum Jahresfazit 2012 sagte Lawrow am Mittwoch in Moskau: „Wir haben es mit einer unkonstruktiven Position der EU zu tun. Diese hatte das Ermittlungsverfahren an sich genommen, das nun kaum vorwärtskommt und immer mehr eingeschränkt wird.“

    Ihm zufolge unterstützt Moskau die gerechte Forderung Serbiens, den mutmaßlichen Organhandel im Kosovo unter Beobachtung der Vereinten Nationen untersuchen zu lassen. Belgrad habe ein Recht darauf, beim UN-Sicherheitsrat eine Untersuchung zu beantragen, so der Minister.

    Nach dem Erscheinen des Buches „Die Jagd — Ich und die Kriegsverbrecher“ von Carla del Ponte, der ehemaligen Chefanklägerin des Jugoslawien-Tribunals in Den Haag, im Jahr 2008 hatte die Vorbereitung eines Berichtes über illegale Organtransplantationen begonnen. Del Ponte schreibt über die Entführung von rund 300 Kosovo-Serben im Jahr 1999 und ihren Transport nach Albanien, wo ihnen verpflanzungsfähige Organe entnommen wurden. Der diesbezügliche Bericht war von der russischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) initiiert worden.

    Der Autor des Berichtes, der schweizerische Parlamentarier Dick Marty, zeigte ausführlich die Transportroute von Menschen, deren Organe später auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden. Laut Marty befanden sich neben Serben auch Albaner, Russen, Moldawier, Kasachen und Türken unter den Opfern.  

    Zugleich enthielt der Bericht keine Angaben über die Zahl der getöteten Menschen und über die Länder, in denen die bei ihnen entnommenen Organe verwendet wurden. Laut dem Berichtsautor sind die von ihm angeführten Fakten der Völkergemeinschaft seit bereits zehn Jahren bekannt gewesen.

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