22:38 25 September 2017
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    Zwölfjährige in den Knast? Russland plant Senkung der Strafmündigkeit

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    Ein Gesetzentwurf über die Strafmündigkeit ab zwölf Jahren wird der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus) voraussichtlich während der bevorstehenden Frühjahrstagung vorgelegt, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Freitag unter Berufung auf Wladimir Poneweschski, Mitglied des Duma-Ausschusses für Verfassungsgesetzgebung.

    Ein Gesetzentwurf über die Strafmündigkeit ab zwölf Jahren wird der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus) voraussichtlich während der bevorstehenden Frühjahrstagung vorgelegt, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Freitag unter Berufung auf  Wladimir Poneweschski, Mitglied des Duma-Ausschusses für Verfassungsgesetzgebung.

    Es geht auch darum, die Altersgrenze für die strafrechtliche Verantwortlichkeit bei Verbrechen jeder Art, unabhängig von deren Schwere, von 16 auf 14 Jahre herabzusetzen. Dem Abgeordneten zufolge hat das Innenministerium diese Initiative begrüßt.

    Das Herabsetzen der Altersgrenze der strafrechtlichen Verantwortlichkeit sei ein durchaus vernünftiger Schritt, sagte Anwalt Denis Uljanow der Zeitung. „Kinder werden heute in einem viel jüngeren Alter erwachsen als in der Vergangenheit und müssen für ihre Taten strafrechtliche Verantwortung tragen“, so der Anwalt.

    Die Juristin des Fonds „Kinder sind unsere Zukunft“, Olga Budajewa, ist anderer Meinung. Wie sie im Gespräch mit der „Nowyje Iswetija“ äußerte, würde die Herabsetzung der Strafmündigkeit das Problem der Kinderkriminalität nur verschlimmern. 

    Nach den in Russland geltenden Gesetzen tragen derzeit junge Täter ab 14 Jahren die strafrechtliche Verantwortung für Verbrechen wie Mord, Vergewaltigung, Raub und Autodiebstahl.

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