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11:02 20 Oktober 2019
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    HIV-Infektion

    Medizinischer Durchbruch in USA: HIV-infiziertes Kind geheilt

    © Foto: CDC/ C. Goldsmith
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    US-amerikanische Ärzte haben es geschafft, erstmals ein Kind mit angeborener HIV-Infektion faktisch vollständig zu heilen, meldet AFP unter Berufung auf Mediziner.

    US-amerikanische Ärzte haben es geschafft, erstmals ein Kind mit angeborener HIV-Infektion faktisch vollständig zu heilen, meldet AFP unter Berufung auf Mediziner.
     
    Wie ein Forscherteam am Sonntag in Atlanta auf einer Fachkonferenz mitteilte, handelt es sich um den weltweit ersten Fall der so genannten „funktionalen Heilung“ bei einem Neugeborenen. Das HIV-Virus vermehre sich nicht mehr im Körper der kleinen Patientin, der keine Anti-HIV-Präparate verabreicht würden. Dieses Phänomen sei bislang bei nur 0,5 Prozent der erwachsenen Patienten beobachtet worden, hieß es.
     
    Weltweit war bisher nur ein Fall der vollständigen Heilung eines erwachsenen HIV-Infizierten bekannt. Wie Ärzte der Berliner Charité im November 2008 berichtet hatten, war es ihnen gelungen, das HI-Virus bei einem ihrer Patienten auszumerzen. Dem „Berliner Patienten“ Timothy Brown, dessen Name inzwischen bekannt wurde, waren damals Stammzellen von einem Spender mit HIV-resistentem Immunsystem verpflanzt worden. 
     
    Bei der kleinen Einwohnerin von Mississippi war es anders. 30 Stunden nach der Entbindung von der HIV-positiven Mutter wurde mit einer antiretroviralen Behandlung des Säuglings begonnen. Nach einem Monat wurden im Blut des Babys keine HI-Viren mehr nachgewiesen. Üblicherweise bilden sich in solchen Fällen verborgene Viren-Reservoire, die bei einer fehlenden Behandlung einen erneuten Ausbruch der Krankheit provozieren können.
    Das Mädchen war 18 Monate lang weiter behandelt worden, danach aber hatte es zehn Monate lang keine Medikamente mehr zur Senkung der Virenlast erhalten. Trotzdem fiel der jüngste HIV-Test negativ aus. Die Ärzte erklären den Erfolg mit der früh eingeleiteten Therapie, die die Bildung von Viren-Reservoiren verhindert habe. 
    Dies sei ein Beweis dafür, dass Kinder mit HIV-Virus effektiv behandelt werden könnten, hieß es bei der Konferenz.

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