04:59 11 Dezember 2017
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    „Tausendjähriges Land, gut erhalten“: Russe will Heimat auf eBay verhökern

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    Ein Einwohner der russischen Teilrepublik Baschkortostan hat auf eBay Russland zum Verkauf angeboten. Der Startpreis für das größte Land der Welt – „offiziell gebraucht, in gutem Zustand“ – betrug einen US-Cent.

    Ein Einwohner der russischen Teilrepublik Baschkortostan hat auf eBay Russland zum Verkauf angeboten. Der Startpreis für das größte Land der Welt – „offiziell gebraucht, in gutem Zustand“ – betrug einen US-Cent.  

    Wie die Onlinezeitung Lenta.ru am Donnerstag berichtet, schnellte der Preis Russlands innerhalb von nicht einmal einem Tag (länger hielt sich das Angebot bei der Internet-Auktion nicht) auf 100 000 Dollar. 

    Der Verkäufer hatte seine Heimat als „offiziell gebraucht“, tausendjährig und „gut erhalten“ bezeichnet. Das Angebot hatte er mit einem Bild des Kreml, einer politischen Karte Russlands, einem Raketensystem Topol-M und einem Foto von Fußballfans illustriert. 

    In der Kurzbeschreibung des zu versteigernden Gegenstands wurden die Fläche des Landes und die Bevölkerungszahl genannt. Zudem erläuterte der Verkäufer die Entstehung des Landesnamens. Eine Zustellung Russlands wäre nur in die USA möglich gewesen – mitbieten konnte man jedoch von überall.   

    Der Mann aus Baschkortostan hatte die Versteigerung bis 30. März anberaumt. Eine Stunde nachdem die Medien den Russland-Verkauf im Internet aufgegriffen hatten, wurde das Inserat jedoch gelöscht, so Lenta.ru. Die Regeln des Online-Auktionshauses verbieten zwar nicht den Verkauf ganzer Staaten, eBay behält sich aber das Recht vor, die Versteigerungen von Gegenständen aus bestimmten Gründen  zu unterbinden. Ein solcher Grund ist, wenn das zum Verkauf ausgeschriebene Objekt in Wirklichkeit nicht dem Verkäufer gehört. 

    Russland ist nicht das erste Land, das im Internet feilgeboten wird. Im Vorjahr hatte dieses Schicksal Griechenland ereilt. Die Produktbeschreibung enthielt die wenig schmeichelhafte Formulierung „mit zwanzigjähriger Korruptions-Tradition“. Als die Auktion eingestellt wurde, hatte der Höchstbieter 48 000 Dollar gesetzt. 2008 waren Belgien und Island zum Verkauf gestanden.

    Damit ist die Liste der kuriosen eBay-Angebote noch nicht abgeschlossen: 2007 hatten die Belgier ihren Premier „versteigert“, dem es nach den Parlamentswahlen fast fünf Monate lang nicht gelungen war, eine Regierung zu bilden. Der Politiker war als „Premierminister, unverwendet“ angepriesen worden. Im selben Jahr war auch die Ukraine auf eBay zu haben. Das Land schaffte den Sprung von einem Rufpreis von einem Dollar auf hundert Millionen Dollar. 

    Der Chef des russischen Internet-Auktionshauses Molotok.ru (dt.: „Hammer“), Igor Tarasenko, berichtete in einem Interview mit dem Radiosender Business FM von einem besonders originellen Angebot auf seiner Website. Eine junge Frau hatte ihre Seele für 50 000 Rubel (1 Euro entspricht ca. 40 Rubel) angeboten. Während die Interessenten die Übergabebedingungen der Ware diskutierten, wurde die Auktion abgebrochen. Einen Staat würde Tarasenko sofort aus dem Angebot nehmen. „Umstürzlerische Dinge sind hier fehl am Platz“, so der Generaldirektor von Molotok.ru.