04:43 24 November 2017
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    Halb Russland für Zwangsheilung und Strafen für Homosexuelle

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    Verbot der “Homo-Propaganda” in Russland (104)
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    Pünktlich zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai hat sich die Hälfte der Russen in einer Umfrage des Lewada-Zentrums für eine „Zwangsheilung“ und strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen ausgesprochen.

    Pünktlich zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai hat sich die Hälfte der Russen in einer Umfrage des Lewada-Zentrums  für eine „Zwangsheilung“ und strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen ausgesprochen. 

    51 Prozent der Befragten begrüßen derartige Maßnahmen. Drei Viertel der Bevölkerung sind für ein Verbot jeglicher öffentlicher Bekundung von Homosexualität. 

    Nur 8 Prozent der Russen meinen, dass LBGT-Personen geholfen werden sollte, damit sie sich in der Gesellschaft wohl fühlen können. 31 Prozent sind der Ansicht, dass man die Schwulen und Lesben einfach in Ruhe lassen soll.   

    Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) stehen damit in der Sympathie-Skala unter Menschen anderer Nationalität, anderer Religion oder anderer sozialer Schichten, so die Meinungsforscher. 

    Laut den Lewada-Angaben halten außerdem 43 Prozent der russischen Bevölkerung Homosexuelle für moralisch verkommen, 35 Prozent vergleichen ihre Einstellung zu Lesben und Schwulen mit der zu „psychisch Kranken“. 

    44 Prozent der Russen halten es nicht für nötig, dass der Staat Schwule und Lesben vor Aggressionen Außenstehender schützt. 

    Der Anteil der Befürworter einer rechtlichen Gleichstellung mit der heterosexuellen Mehrheit ist seit dem Vorjahr von 46 auf 39 zurückgegangen.

    37 Prozent der Befragten äußerten sich dabei für ein Diskriminierungsverbot, ebenso viele Russen lehnen ein solches Gesetz ab. 

    Derzeit prüft die Staatsduma  eine Ausweitung des umstrittenen Verbot gegen „Propaganda von Homosexualität“ von einigen russischen Regionen auf das ganze Land. In erster Lesung wurde das Gesetz bereits angenommen. Menschenrechtler kritisieren das „Propaganda-Verbot“ als Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. 

    Laut einer Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) war mehr als ein Viertel aller europäischen Lesben, Schwulen und Transgender in den letzten fünf Jahren mindestens einmal Opfer von Übergriffen und Drohungen.  19 Prozent der Befragten wurden am Arbeitsplatz diskriminiert und zwei Drittel der befragten SchülerInnen und Studierenden gaben an, ihre sexuelle Ausrichtung am Ausbildungsort geheim zu halten.

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