00:57 18 November 2018
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    Nach Proton-Absturz: Kasachische Aktivisten fordern Verbot toxischen Treibstoffes

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    Zehn kasachische Umweltaktivisten haben am Dienstag vor dem russischen Konsulat in Alma-Ata eine Protestaktion im Zusammenhang mit dem jüngsten Raketenabsturz auf dem Kosmodrom Baikonur durchgeführt.

    Zehn kasachische Umweltaktivisten haben am Dienstag vor dem russischen Konsulat in Alma-Ata eine Protestaktion im Zusammenhang mit dem jüngsten Raketenabsturz auf dem Kosmodrom Baikonur durchgeführt.

    Die Teilnehmer der Aktion übergaben dem Konsulat einen Appell, der an die Regierung und das Parlament in Kasachstan sowie an die russische Botschaft in Astana gerichtet ist. In dem Dokument, das der Aktivist Muchtar Taischan auf Facebook im Wortlaut veröffentlicht hat, wird gefordert, die Starts russischer Trägerraketen aller Art vom Kosmodrom Baikonur auszusetzen, bis die Ursachen der Havarie geklärt, die ausgetretenen Giftstoffe entsorgt und die entstandenen Wirtschafts- und Umweltschäden ersetzt sind. 

    Laut den Verfassern des Appells ist es notwendig, die Abkommen mit Russland über den Raumbahnhof Baikonur zu revidieren und die Technologien, die eine Verwendung des Treibstoffes Heptil und sonstiger toxischer Stoffe erfordern, zu verbieten.

    Nach Meinung der Protestierenden sind die Pachtpreise für Baikonur sowie für die Versuchsgelände Kaputstin Jar, Sary-Schagan, Emba Balchasch-1, Sary-Osek und andere militärische Objekte, die von Russland genutzt werden, zu niedrig angesetzt und decken die damit verbundenen Wirtschats- und Umweltschäden nicht ab.

    Die Aktionsteilnehmer haben auch die Schließung aller russischen Militärobjekte in Kasachstan gefordert. 

    Eine Trägerrakete des Typs Proton-M mit drei russischen Navigationssatelliten Glonass-M war am Dienstagmorgen knapp eine Minute nach dem Start vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan abgestürzt. 

    Wie RIA Novosti inoffiziell aus Fachkreisen erfuhr, war die Panne höchstwahrscheinlich durch Probleme mit dem Steuerungssystem der Rakete verursacht worden. Laut einem weiteren Experten kann die Ursache für den missglückten Raketenstart erst nach der Auswertung der telemetrischen Angaben ermittelt werden. Die Starts von Proton-Raketen würden für zwei bis drei Monate ausgesetzt, hieß es. 

    Moskau und Astana nutzen seit 1999 gemeinsam den Raumbahnhof Baikonur. Im Januar 2004 wurde der Pachtvertrag zwischen Russland und Kasachastan bis zum Jahr 2050 verlängert. Russland zahlt 115 Millionen US-Dollar jährlich für die Nutzung des Kosmodroms.

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