10:05 15 Dezember 2018
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    „Mordlustig und gemein“: Russen dreimal so dreist wie vor Perestroika – Studie

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    Der heutige Durchschnittsbürger Russlands unterscheidet sich deutlich von dem UdSSR-Bürger aus den 80er-Jahren – und zwar im negativen Sinn.

    Der heutige Durchschnittsbürger Russlands unterscheidet sich deutlich von dem UdSSR-Bürger aus den 80er-Jahren – und zwar im negativen Sinn.

    Zu dieser Erkenntnis sind Mitarbeiter des russischen Institutes für Psychologie gekommen, die den inneren Wandel der Bürger der UdSSR bzw. Russlands von 1981 bis 2011 untersucht haben.

    Wie die Forschung ergab, neigen die meisten russischen Bürger heute mehr zu Konflikten, sind boshafter und „frecher“ geworden und haben in einem großen Maße die Selbstkontrolle verloren. 

    Im Vergleich zu den 1980er Jahren sind die Bürger des heutigen Russland dreimal aggressiver und „grober“ geworden und verhalten sich völlig rücksichtslos, schreibt „Rossijskaja Gaseta“ unter Berufung auf die Studie. Das schlagendste Indiz hierfür ist nach Meinung der Experten die Mord-Statistik: Bei diesem Parameter übertrifft  Russland die USA fast um das Dreifache und die meisten Länder Westeuropas etwa um das Neunfache, wie der stellvertretende Direktor des Institutes für Psychologie, Andrej Jurewitsch, erläuterte. 

    Bei schweren Verbrechen zeichnet sich eine Tendenz ab: Rund 80 Prozent der Morde werden aus spontaner Aggressivität begangen. In jeder vierten Familie kommt es zu Gewalttaten. Eine der Ursachen dafür ist die sehr niedrig entwickelte Alltagskultur. Laut Jurewitsch sind die allerorts gebrauchten groben Schimpfwörter ebenfalls als Aggression, und zwar verbale, zu betrachten.

    Die Ursachen für die Aggressionserscheinungen in der Gesellschaft liegen laut dem Forscher in dem Einfluss, den die kriminelle Subkultur, Massenmedien und das Bildungssystem ausüben. So würden zahlreiche  Dokumentationen aus dem Leben der „Stars“ den Zuschauern unerreichbare Orientierungsziele zeigen, was in ihnen einen negativen Gefühlskomplex erwecke und zur Entwicklung von Aggression führe, so Jurewitsch. Auch die Unzufriedenheit mit den Machtbehörden spiele eine Rolle: Menschen lassen oft ihren diesbezüglichen Ärger an anderen Personen oder sozialen Gruppen aus, hieß es.

    Zudem bewirke das in Russland bestehende Bildungssystem laut Experten eine eher negative Einstellung zur Welt. So würden in den neu herausgegebenen Geschichtsbüchern negative Episoden deutlich gegenüber  positiven Episoden überwiegen. In den USA sei das Fach Geschichte hingegen „verschönert“, was den Amerikanern ein positives Bild ihres Landes und ihres Volkes vermittle.

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