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    Inselstreit mit China: Umstrittenes Senkaku-Archipel wird in Schulbüchern „urjapanisch“

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    Gebietsstreit zwischen China und Japan (69)
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    In japanischen Schulbüchern werden die Inselgruppen, mit denen Tokio mit China bzw. Südkorea streitet, künftig als ureigene Territorien Japans bezeichnet. Dies gab der japanische Bildungsminister Hakubun Shimomura am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt.

    In japanischen Schulbüchern werden die Inselgruppen, mit denen Tokio mit China bzw. Südkorea streitet, künftig als ureigene Territorien Japans bezeichnet. Dies gab der japanische Bildungsminister Hakubun Shimomura am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt.

    Die Rede ist von den Senkaku-Inseln (chinesisch: Diaoyu), auf die China Anspruch erhebt, und die Liancourt-Felsen (japanisch Takeshima, koreanisch: Dokdo), die Japan von Südkorea einfordert. 

    Wie der japanische Bildungsminister ausführte, wurden die entsprechenden Änderungen in die methodologischen Anweisungen für die Autoren von Schulbüchern und Lehrer aufgenommen. 

    Bisher galten für die Ersteller von Lehrmaterialien lediglich die vier Südkurileninseln Shikotan, Iturup, Kunashir und Habomai (Gegenstand eines Inselstreits zwischen Japan und Russland, Red.) als „urjapanische“ Gebiete. In Bezug auf Dokdo wurde empfohlen, darauf hinzuweisen, dass in Japan und Südkorea verschiedene Ansichten über die Zugehörigkeit der Inseln bestehen. Die Senkaku-Inseln werden in vielen Lehrbüchern überhaupt nicht erwähnt. 

    Laut den neuen Regelungen sollen Senkaku und Takeshima nun ureigene japanische Territorien genannt werden. Den Lehrern wird empfohlen, zu betonen, dass sie Teil Japans seien und vom internationalen Recht anerkannt. In den neuen Bildungs-Leitfäden wird zudem unterstrichen, dass es um das Senkaku-Archipel „kein Territorialproblem“ gebe, und Takeshima „unrechtmäßig von Südkorea beansprucht“ werde. 

    „Es ist seltsam, dass es bisher in den Lehrbüchern diese Definitionen nicht gab. Das Problem ist, dass die Schulbücher keine eindeutigen Erklärungen lieferten, bis zu welchen Grenzen sich das japanische Territorium erstreckt. Aus der Perspektive der Bildung muss der Staat selbstverständlich den Kindern richtiges Wissen über das Territorium des Landes geben“, so der japanische Minister.

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