08:42 29 September 2016
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Hacker knacken russische Regierungszeitung Maidan-Aktivisten unter Verdacht

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Regelung der Krise in der Ukraine (2404)
041003

Unbekannte Hacker haben am Freitag die Webseite der russischen Regierungszeitung Rossijskaja gaseta für Stunden lahm gelegt. Chefredakteur Wladislaw Fronin sieht eine ukrainische Spur.

Unbekannte Hacker haben am Freitag die Webseite der russischen Regierungszeitung Rossijskaja gaseta für Stunden lahm gelegt. Chefredakteur Wladislaw Fronin sieht eine ukrainische Spur.

„Das ist zweifelslos eine Attacke professioneller Hacker“, sagte Fronin am Freitag zu RIA Novosti. Er sieht die Anhänger der neuen Regierungskoalition in Kiew hinter dem Angriff: Die Hacker hätten die Signatur „Sotnja von Maidan“ hinterlassen. Während der gewaltsamen Proteste hatten sich die bewaffneten Oppositionsanhänger auf dem Kiewer Platz Maidan in „Sotnjas" (Hundertschaften) aufgeteilt. Laut Fronin werden die Reparaturen mehrere Stunden dauern.

Mitten in der politzischen Krise hatte das ukrainische Parlament (Oberste Rada) am 22. Februar die Verfassung geändert, Staatspräsident Viktor Janukowitsch für abgesetzt erklärt und einen Oppositionspolitiker zum Übergangspräsidenten ernannt. Janukowitsch flüchtete nach Russland und wies die Entscheidung als Staatsstreich zurück. Auch Russland sieht in Janukowitsch weiterhin den legitimen Präsidenten der Ukraine.

Die autonome Republik Krim hat die neue Führung in Kiew nicht anerkannt. In der Hauptstadt Simferopol, aber auch in Sewastopol gingen Tausende auf die Straße, um gegen die neue Führung in Kiew zu protestieren. Tausende ukrainische Soldaten wechselten auf die Seite der Krim-Regierung.

Der Regierungschef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, appellierte an den russischen Präsidenten Wladimir Putin um Hilfe beim Schutz des Friedens auf der Krim. Putin beantragte beim Föderationsrat (Russlands Parlamentsoberhaus) die Zustimmung für einen Truppeneinsatz in der Ukraine, bis sich die politische Lage wieder normalisiert habe. Der Föderationsrat stimmte zu. Einen Befehl zum Truppeneinsatz gibt es bisher nicht. Bei einem Referendum am 16. März will die Krim über eine Wiedervereinigung mit Russland entscheiden. Unterdessen hat ein Gericht in Kiew einen Haftbefehl gegen Aksjonow erlassen.

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