07:02 15 November 2018
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    Russischer Auftragsmörder in Wien gefasst: „Alle Rekorde gebrochen“

    Russischer Auftragsmörder in Wien gefasst: „Alle Rekorde gebrochen“

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    Wegen zahlreicher Auftragsmorde gilt der jetzt in Wien verhaftete Aslan Gagijew als einer der meistgesuchten Verbrecher in Russland. Seine kriminelle Gruppe tötete ranghohe Beamte, Polizisten und Großunternehmer. Dabei agierten die Täter laut russischen Ermittlern „wie richtige Spione“.

    Die Tageszeitung „Kommersant“ schreibt am Dienstag, die von Gagijew gegründete kriminelle Gruppe habe Dutzende Morde begangen und damit „alle russischen Rekorde“ gebrochen. Nach Angaben der Ermittler gehe es um mindestens 56 Todesfälle. Gagijew alias Dschako sei „wohl der meistgesuchte Verbrecher in Russland“. Er habe nicht nur Mordaufträge an seine Komplizen gegeben, sondern auch persönlich mehrere Menschen erschossen.

    Wie die russische Ermittlungsbehörde mitteilte, sitzen 15 Mitglieder der kriminellen Gruppe derzeit in U-Haft. Einige weitere wurden bereits zu langen Haftstrafen verurteilt. Nach 13 mutmaßlichen Tätern wird gefahndet.

    Die Gruppe hatte zunächst in der russischen Teilrepublik Nordossetien (Nordkaukasus) agiert. Insbesondere im Jahr 2008 machten mehrere Morde Schlagzeilen. Damals wurden der Leiter der regionalen Kriminalpolizei, der Vizechef der regionalen Verwaltung und der Bürgermeister der republikanischen Hauptstadt Wladikawkas getötet.

    Bei einer massiven Razzia konnte die Gruppe damals zum Teil zerschlagen werden, viele Mitglieder wurden verhaftet. Die Fahndung nahm beispiellose Ausmaße an: Wie die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ schreibt, wurde sogar ein Abschnitt des Flusses Terek trockengelegt, um die von den Tätern weggeworfenen Waffen zu finden.

    Die Zeitung zitiert einen Ermittler mit den Worten: „Die Verbrecher agierten wie richtige Spione. Sie verschafften sich gefälschte Papiere, wechselten regelmäßig Mietwohnungen und Telefonnummern, stahlen Autos. Es spielte für sie keine Rolle, wie kompliziert der jeweilige Auftrag war – nur die Geldsumme war für sie wichtig. Sie töteten sowohl einfache Leute als auch Beamte und Polizisten, die sie festnehmen wollten.“

    Die verhafteten Mitglieder der Gruppe gestanden auch zahlreiche Morde im Gebiet Moskau und in weiteren zentralrussischen Regionen. Zu den Opfern zählte unter anderem Andrej Burlakow, Ex-Eigner des deutschen Schiffsbauunternehmens Wadan Yards.

    Im Sommer 2014 wurde bei Moskau ein illegales Waffendepot entdeckt, das der Gruppe gehörte. Beschlagnahmt wurden 27 Sturmgewehre, 22 Pistolen, 36 Handgranaten, selbstgebastelte Bomben, aber auch Uniformen russischer Sicherheitsbehörden. Ein ähnliches Versteck wurde später im nordkaukasischen Wladikawkas gefunden.

    Gagijew konnte jedoch ins Ausland flüchten. Nach ihm wurde mit internationalem Haftbefehl gefahndet. Am vergangenen Samstag wurde er am Hauptbahnhof in Wien-Favoriten festgenommen, wie die österreichische Polizei mitteilte. Die Festnahme wurde auch von den russischen Behörden bestätigt.

    Wie der Wiener „Standard“ berichtet, erfolgte der Zugriff durch die Zielfahnder mit Unterstützung des Einstatzkommandos Cobra. Der Verhaftete habe einen bulgarischen Reisepass und eine gefälschte ID-Karte mit sich getragen. Er habe aber seine wahre Identität sofort zugegeben, hieß es. Nun soll Gagijew an Russland ausgeliefert werden, um auf der Anklagebank zu landen.

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    Tags:
    Aslan Gagijew, Wien, Russland