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04:40 23 Juli 2019
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    Straßenschlachten in Kiew (Archivbild)Straßenschlachten in Kiew (Archivbild)

    Augenzeuge: Keine Scharfschützen auf dem Maidan

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    Regelung der Krise in der Ukraine (2436)
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    Für Billy Six ist klar: Die Blitze, die vom Hotel Ukraina aus gesehen wurden, stammen von Fotografen, nicht von Scharfschützen. Der deutsche Autor und Journalist, der seit einem Jahr in der Ukraine und seit November in der Ostukraine lebt, hat mit Sputnik-Korrespondent Armin Siebert gesprochen.

    Februar-Umsturz in Kiew
    © Sputnik / Andrey Stenin
    Die Ereignisse auf dem Maidan sind für Six der Grund gewesen, über zehn Wochen in Kiew zu bleiben. „Ich habe mit Augenzeugen und Bewohnern aller Häuser dort im Umfeld gesprochen, mit dem Hotel Ukraina, mit der Geheimdienstpolizei, usw. Meine Quintessenz ist, dass es dort gar keine professionellen Scharfschützen gegeben hat“, erzählt Six knapp ein Jahr nach dem Umsturz in Kiew. Augenzeugen berichteten zwar von Blitzen, das seien aber wohl die Fotografen im Hotel Ukraina gewesen. „Die meisten waren ganz normale Menschen, die ihre Träume haben. Aber es gab auch Scharfmacher, die auch nicht wirklich zugänglich waren. Das waren die nationalistischen Gruppen, die auch meist separat waren. Das waren auch diejenigen, die vorgestürmt sind Richtung Parlament. Damit begann ja eigentlich die Eskalation und das Blutbad. Also ich hab nicht erlebt, dass die Polizei von vornherein ein Interesse daran hatte, Menschen zu erschießen.“ 

    Die Medienberichte zum Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine MH17 im Juli 2014 bei Donezk verblüffen Six, der mehrfach am Ort des Geschehens gewesen und mehrere Tage in den Dörfern in der Umgebung verbracht hat. „Das Erste, was mich verblüfft hat, ist, dass es gar nicht stimmt, dass die Maschine in der Luft zerrissen wurde und sich die Trümmer auf einer Fläche von 35 Quadratkilometern verteilt haben. Nur das Cockpit wurde abgerissen und ist abgestürzt und der Rest der Maschine segelte sechs Kilometer weiter zu Boden. Auf diesem Weg sind natürlich noch Teile aus dem offenen Rumpf gefallen. Also das, was in den Medien suggeriert wird, dass das Flugzeug aufgrund der großen Trümmerfläche von einer Rakete abgeschossen worden sein muss, dass sehe ich da noch überhaupt nicht. Ich bin allerdings mit meinen Recherchen noch nicht am Ende.“ 

    Den Eindruck, dass es sich bei der Krim-Situation um eine „Annexion“ gehandelt hat, hatte Six nicht. „Die Mehrheit der Menschen, die ich dort getroffen habe, fanden es gut, wieder ein Teil Russlands zu sein. Es sind auch alle sehr bereitwillig und freiwillig zu den Demos und zum Referendum gegangen. Allerdings war auch allen klar, dass es eine große schützende Hand dahinter gab. Es war also kein Marsch ins Ungewisse.“

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    Tags:
    Malaysia Airlines, Billy Six, Ukraine, Maidan