14:48 26 September 2017
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    Kaspersky Lab: Brandneuer Festplatten-Virus griff 500 hochrangige Ziele an

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    Mehr als 500 Unternehmen und Organisationen weltweit sind nach Angaben der russischen IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab von der neuartigen Spionage-Software betroffen, die die PC-Festplatten direkt infiziert. Eine Hacker-Gruppe soll seit Jahren hochrangige Ziele, hauptsächlich in Russland und Iran, attackiert haben.

    Die Gruppe, die der russische Antivirenspezialist „Equation Group“ getauft hat, übertreffe nach Ausmaß und Wirksamkeit ihrer Attacken alle bislang bekannten Hackerorganisationen, teilte ein Kaspersky-Lab-Sprecher der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. „In Russland wurden Regierungs- und militärische Einrichtungen, Forschungsinstitute, Energie- und Infrastrukturanlagen angegriffen, aber auch die Raumfahrtindustrie, Telekommunikationsunternehmen und medizinische Einrichtungen.“

    Die „Equation Group“ habe innovative Software genutzt, die die Festplatten-Firmware direkt infiziert, so der Sprecher weiter. Als falsch wies er Medienberichte zurück, laut denen Festplattenhersteller ihre Produkte – auf Verlangen der US-Geheimdienste – selber mit Schadsoftware ausgestattet hatten. „Wir haben Module entdeckt, die die Firmware umprogrammieren können und auf Festplatten von zwölf führenden Herstellern zugeschnitten sind. Diese Module sind Schadprogramme und haben mit den Festplattenherstellern nichts zu tun.“

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    © Sputnik/ Sergej Gunejew
    Zuvor hatte Kaspersky Lab mitgeteilt, dass die brandneue Spionage-Software auf Computern in rund 30 Ländern entdeckt worden sei. Die Sicherheitsfirma hielt sich mit direkten Vorwürfen hinsichtlich der Herkunft der neuen Spionage-Programme zurück, wies jedoch auf eine enge Verbindung der neuen Software zum Computerwurm Stuxnet hin, den der US-Geheimdienst NSA gegen das iranische Atomprogramm eingesetzt hatte. Ein ehemaliger NSA-Mitarbeiter bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Schlussfolgerungen von Kaspersky Lab zutreffend seien. Ein weiterer Ex-Geheimdienstler bestätigte, dass die NSA an Software gearbeitet habe, die Festplatten direkt infizieren kann.

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    Tags:
    Spionage, NSA, Kaspersky Lab, USA, Iran, Russland
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