17:08 26 September 2020
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    Der mutmaßliche Hackerangriff der amerikanischen und britischen Geheimdienste auf den führenden SIM-Karten-Hersteller Gemalto stellt für russische Mobilfunknutzer nach Angaben des Telekom-Unternehmens Vimpelcom offenbar keine Bedrohung dar.

    Laut der neuesten Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden haben der US-Spionagedienst NSA und sein britischer Partnerdienst GCHQ massenweise Verschlüsselungscodes des SIM-Karten-Herstellers Gemalto gestohlen und sich so die Möglichkeit verschafft, unbemerkt Handygespräche und Datenströme weltweit zu überwachen.

    „Wir haben nur in einem begrenzen Umfang SIM-Karten aus Produktion dieses Unternehmen (Gemalto) gekauft“, teilte Vimpelcom-Pressesprecherin Anna Ajbaschewa der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. „Um allen Verdacht auszuräumen, schickten wir an Gemalto eine entsprechende Anfrage.“ Die Medienberichte über die mögliche Entschlüsselung der SIM-Karten bezeichnete die Sprecherin als „Paradebeispiel einer Verschwörungstheorie aus einem erfundenen und nicht sehr gut geprüften Anlass.“ „Unsere technischen Spezialisten halten die Wahrscheinlichkeit einer Bedrohung unserer Kunden für sehr gering. Beim Verlust des Mobiltelefons ist die Gefahr hundertmal größer.“ Vimpelcom ist einer der größten russischen Mobilfunk- und Internetanbieter mit 223 Millionen Kunden  in 18 Ländern.

    Auch Analyst Eldar Murtasin von der Mobile Research Group hält die Gefahr für übertrieben. Auch wenn der Anteil der Gemalto-Karten sehr groß sei, reiche der Diebstahl eines SIM-Karten-Codes allein nicht aus, um ein Handy abhören zu können. „Dafür müsste man am Wohnort des Kunden Spezialausrüstung installieren oder ihn mit dieser Spezialausrüstung verfolgen“, so der Experte. „Vertrauliche Gespräche von Amtspersonen können so offenbar nicht abgehört werden.“

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    Tags:
    Spionage, Britischer Militärgeheimdienst GCHQ, NSA, Edward Snowden, USA