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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
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    Eine Erkenntnis hinsichtlich der Umstände der MH17-Tragödie im Sommer 2014 bei Donezk kann nach Ansicht von Anwalt Elmar Giemulla nur dann ans Tageslicht kommen, „wenn das Bewusstsein in der Öffentlichkeit groß bleibt und auch die Medien das Thema nicht totschweigen“.

    Der Jurist, der Angehörige der MH-17-Opfer vertritt, äußerte im Interview mit Sputnik:  „Man fragt sich wirklich, welches Schutzverständnis gegenüber der eigenen Staatsbürger unsere Regierungen überhaupt haben“. Dr. Giemulla macht kein Hehl daraus, dass er den für den Sommer geplanten Abschlussbericht zu den Untersuchungen des Flugzeugabsturzes mit Skepsis erwartet. „Wir sind alle gespannt, wie der endgültige Bericht der Untersuchungskommission aussehen wird, wobei ich sagen muss, dass ich nicht sehr optimistisch bin“, sagt er. „Wir wissen, dass der ukrainische Vertreter in der Untersuchungskommission der Chef des Geheimdienstes der Ukraine ist, und ich kann mir nicht vorstellen, dass hier ein großes Interesse von dieser Seite besteht, die wahren Verhältnisse und die wahren Ursachen ans Tageslicht zu bringen.“

    Auf die Frage, ob der Absturz der MH17 nicht vielleicht eine False-Flag-Operation hätte sein können, antwortet Giemulla: „Die ganze Sache ist tatsächlich dubios, fast mysteriös. Wir haben es hier mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Erklärungsversuchen zu tun, die von allen Seiten kommen. In dieser ganzen Kakophonie von Erklärungen kann der Außenstehende überhaupt nicht beurteilen, was da geschehen sein könnte.“

    Besonders empört sich Giemulla darüber, dass die Hinterbliebenen der Opfer nun zu einem politischen Spielball geworden seien. Er sagt: „Sie werden im Nachhinein noch zusätzlich von der Politik als Gegenstand behandelt um irgendwelche Interessen zu verschleiern oder Dinge durchzusetzen.“

    Die  Malaysia-Airlines-Maschine MH17, die von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs war, war am 17. Juli 2014 bei Donezk in der Ostukraine abgestürzt. Von den 298 Insassen überlebte niemand.

    Die Kiewer Führung beschuldigte die Volkswehr, die Boeing mit BUK-Raketen abgeschossen zu haben. Die Volkswehr wies die Anschuldigung zurück und erklärte, ihr stünden keine Waffen zur Verfügung, die ein Flugzeug in einer Höhe von 10 000 Metern treffen könnten.

    Laut einem vorläufigen Bericht zur Untersuchung der Katastrophe war die Maschine während des Fluges „wegen Strukturschäden“ auseinandergebrochen, die „durch die äußere Einwirkung zahlreicher hochenergetischer Objekte verursacht wurden“. Der Ursprung der genannten Objekte ist bisher nicht festgestellt worden.

    Russland bleibe eines der wenigen Länder, die eine transparente Untersuchung des Boeing-Absturzes fordern, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow Ende Februar bei einer Vorlesung in der Diplomatischen Akademie in Moskau.

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    Sergej Lawrow, Elmar Giemulla, Donezk, Moskau, Ukraine