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18:22 20 August 2019
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    A320-Absturz in Südfrankreich

    Ex-Lufthansa-Pilot: Sprengsatz an Bord darf man nicht ausschließen

    © AP Photo / Frank Augstein
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    A320-Absturz in Südfrankreich (41)
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    Seit Dienstagabend sind die A320-Ermittlungen mit internationalem Einsatz im Gange. Bis die Blackbox entziffert ist, kann man nur annehmen. Ausschließen dürfe man aber nichts, meint Pilot Peter Haisenko.

    An der abgestürzten Germanwings-Maschine A320 sei technisch gesehen nichts auszusetzen, sagt Peter Haisenko, erfahrener Lufthansa-Pilot, im Interview für Marina Piminowa. „Mittlerweise fliegen etwa 6.000 Flugzeuge dieses Typs in der Welt herum, und über den Vergleich der gesamten Distanz, die diese Flugzeuge zurückgelegt haben, ist der Airbus viermal sicherer als die Boeing 737. Also hier kann man dem Airbus A320 keine Vorwürfe machen“, so Haisenko. Irgendetwas müsse an Bord massiv zerstört worden sein, anders könne man sich das nicht vorstellen.

    Haisenko zufolge habe es keine Notfallmeldungen gegeben. Man müsse demnach davon ausgehen, dass das Flugzeug nicht mehr steuerbar war. „Der gerade Weg in die Berge ist der unlogischste überhaupt. Wenn die Crew in der Lage gewesen wäre, das Flugzeug zu steuern, sie hätten mit Sicherheit dann abgedreht, das heißt ins offene Wasser und nicht mitten hinein in das Bergland“, erklärt der Pilot.

    Im Moment weiß man über den Absturz nur, dass dieses Flugzeug mit höchster Wahrscheinlichkeit steuerlos in den Boden geflogen ist. Haisenko würde deswegen vorerst keinen Unfallhergang ausschließen: „Im jetzigen Stand der Ermittlungen darf auch ein Terroranschlag nicht ausgeschlossen werden. Man sollte durchaus darüber nachdenken, ob es nicht möglich ist, dass doch ein Sprengsatz im hinteren Fach dieses Flugzeugs gewesen ist, der das Unglück ausgelöst hat. Aber darüber kann man im Moment nichts Vernünftiges sagen, da sind wir im Bereich der Spekulationen.“

    Welche Version  nun stimmt, lässt sich nach Auswertung der Blackbox klären. Dass die Staatschefs auch bei den Ermittlungen vor Ort sind, hält Peter Haisenko für sinnlos: „Das ist brutal gesagt ein Betroffenheitstourismus. Ich habe keine Idee, was diese Staatschefs vor Ort erfahren oder ausrichten können, außer dass sie die Ermittlungen behindern. Warum sie dort sein müssen, verstehe ich nicht.“

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    Flugschreiber, A320, Peter Haisenko, Frankreich