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    Innenministerium: Ukraine-Krieg spaltete Nationalisten in Russland

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    Der Ukraine-Krieg hat nach Angaben des Innenministeriums in Moskau die nationalistische Szene in Russland in zwei Lager gespalten. Während die einen den nationalistisch geprägten Umsturz von 2014 in Kiew und den Kriegseinsatz im Donbass unterstützen, stehen die anderen zu den abtrünnigen ostukrainischen Volksrepubliken.

    Ein Teil der Nationalisten begrüße die Politik der ukrainischen Regierung und kämpfe sogar an der Seite der nationalistischen Bataillone gegen die Regierungsgegner in Donezk und Lugansk, teilte Wladimir Makarow, Ressortchef Extremismusbekämpfung im russischen Innenministerium, am Montag in Moskau mit. „Die anderen hingegen unterstützen die selbsterklärten Republiken.“

    Das Innenministerium ergreift laut Makarow Maßnahmen, um zu verhindern, dass „russische Radikale in die Ukraine reisen und am dortigen Konflikt teilnehmen“. Parallel dazu würden Vorkehrungen getroffen, um unter den tausenden ukrainischen Flüchtlingen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Russland geflohen sind, Kriminelle und Mitglieder nationalistischer Gruppen aufzuspüren. 

    In der Ost-Ukraine war im April 2014 ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch im Februar 2014 setzte die neue ukrainische Regierung Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk ein, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den Bürgermilizen von Donbass sind laut den UN-Angaben mehr als 6000 Zivilisten ums Leben gekommen; Hunderttausende Menschen sind nach Russland geflohen.

    Seit dem 15. Februar gilt im Kampfgebiet eine Waffenruhe. Sie ist Teil eines Friedensplans, der am 12. Februar in Minsk unter Vermittlung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten François Hollande und des russischen Staatchefs Wladimir Putin ausgehandelt wurde. Dennoch berichten die Beobachter der OSZE, die die Situation im Kampfgebiet überwachen, von vereinzelten Verstößen gegen die Waffenruhe.

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    Tags:
    Waffenruhe, OSZE, François Hollande, Angela Merkel, Wladimir Putin, Wladimir Makarow, Viktor Janukowitsch, Kiew, Lugansk, Donezk, Russland, Ukraine, Donbass