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    Entwicklung in der Ukraine (April 2015) (79)
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    Nicht einmal die Hälfte der Ukrainer ist laut einer Umfrage des Kyiv International Institute of Sociology (KIIS) für einen EU-Beitritt. Das Ergebnis widerspreche den Äußerungen der ukrainischen und vieler westlicher Politiker, berichtet das Onlinemagazin „Telepolis“.

    Die Umfrage, an der mehr als 2000 Ukrainer über 18 Jahre, unter anderem im Südosten des Landes, teilgenommen haben, hat gezeigt, dass die Ukraine weiterhin zerrissen sei.

    47,2 Prozent der befragten Ukrainer wollen, dass ihr Land der EU beitritt. 27,3 Prozent wollen sich weder der EU noch der von Moskau gegründeten Zollunion anschließen. 12,3 Prozent sprechen sich für die Zollunion aus, 13,1 Prozent hatten keine Meinung.

    Lage in Donezk ruhig, aber nicht stabil
    © AP Photo / Mstyslav Chernov
    Während sich im Westen des Landes 75 Prozent für einen EU-Anschluss aussprechen, so sind es im Zentrum 57 Prozent und im Süden 33 Prozent. In den Gebieten Charkow, Lugansk und Donezk wollen nur 20 Prozent zur EU, 30 Prozent ziehen die Zollunion vor. Im Westen und im Zentrum der Ukraine wird die Zollunion von lediglich drei Prozent bevorzugt.

    Das Onlinemagazin „Telepolis“ verweist auch auf eine andere Umfrage, die Anfang März im Auftrag des the Rinat Akhmetov Foundation Humanitarian Center durchgeführt wurde. Demzufolge sagen 63 Prozent der Ukrainer, es sei schwierig, aber möglich zu leben, 30 Prozent sagen, es sei unmöglich, in solch einer Armut zu leben. 45 Prozent gaben an, es würde ihnen an Lebensmitteln fehlen, für 50 Prozent ist die medizinische Versorgung unzureichend.

    In den Volksrepubliken Donezk und Lugansk brauchen ein Drittel der Menschen Medikamente, 45 Prozent seien auf Lebensmittel angewiesen. 68 Prozent sagen, es sei schwierig, aber möglich zu leben. Sechs Prozent wollen ausreisen, während 89 Prozent lieber bleiben würden.

    „Telepolis“ verweist darauf, dass der UN-Nothilfekoordinator OCHA angekündigt hat, die Hilfen für die Ostukraine drastisch senken zu müssen.  Von den beantragten 316 Millionen US-Dollar für 2015 seien bis zum 1. April erst 51 Millionen gezahlt worden.

    „Die Menschen werden also mehr auf russische Konvois und die Hilfe von Stiftungen angewiesen sein“, fasst das Onlinemagazin zusammen.

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    Tags:
    EU, Lugansk, Donezk, Ukraine, Charkow