21:15 05 August 2020
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    Die preisgekrönten Dokumentalisten, der Deutsche John Goetz und der Däne Poul-Erik Heilbuth, haben jetzt in Moskau ihren Film „Terminal F“(so lautet der russische Titel) über den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden vorgestellt.

    Der Film erzählt im Detail, wie sich die Ereignisse um den Whistleblower entwickelt haben. Seit jenem Augenblick, als er die USA mit Geheimdokumenten verlassen hatte und nach Hongkong gelangte, bis hin zur Gewährung eines zeitweiligen Asyls in Russland, in eben diesem Terminal F des Flughafens Scheremetjewo.

    Snowden-Denkmal in New York
    © AP Photo / Aymann Ismail/ANIMALNewYork
    Dass an dem Doku-Thriller der ehemalige CIA-Direktor und Gründer der NSA, Michael Hayden, teilgenommen hat, brachte dem Film über die Flucht von Edward Snowden in pedantischer Rekonstruktion und in exklusiven Interviews mehr Brisanz. Erstmals berichtete der Whistleblower selbst in einem exklusiven Interview über die Umstände seiner Flucht, und erstmals offenbarten auch Snowdens Fluchthelfer Julian Assange und Sarah Harrison Details dieser Odyssee.

    „Ich fand eigentlich die Frage interessant, wie Edward Snowden einfach aus Hongkong rausgekommen ist?“ erzählt John Goetz im Interview mit Nikolaj Jolkin. „Wie hat er das geschafft, trotz der Fahndung, die es international gab, und ohne verhaftet zu werden? Darüber wurde nicht berichtet. Das war spannend, und wir haben versucht, die Geschichte krimimäßig zu erzählen.“

    Der Film wurde von der ARD unter dem Titel „Jagd auf Snowden“ am 12. Januar zu einer guten Sendezeit  und mit einer großen Zuschauerquote gesendet. Snowden selbst  hat den Film gesehen, und er fand ihn ganz spannend. „Da gab es so kleine atmosphärische Dinge, die er nicht kannte. Darüber war er ganz neugierig“, so Goetz.

    Zu der Beteiligung von Michael Hayden an dem Film sagte der deutsche Journalist, er sei glücklich gewesen, dass er den Ex-NSA-Chef gewinnen konnte:  „Für uns war es sehr wichtig zu erfahren, wie er selbst seine Organisation sieht, was er zum Fall Snowden meint. Es war am Ende fast eine Debatte zwischen den beiden darüber, was die amerikanische Verfassung eigentlich dazu sagt. Was sind die Werte, wofür Amerika steht? Snowden und Michael Hayden haben ganz unterschiedliche Auffassungen davon. Wir fanden es ganz gut, wenn sie einfach gegeneinander stehen, und der Zuschauer selber entscheiden kann, wer glaubwürdiger ist.“

    John Goetz überlässt es dem Zuschauer, selbst über die Grenzen in der Tätigkeit der Geheimdienste zu urteilen, sowie darüber, wie geheim die Geheimdienste sein dürfen. „Unser Wunsch war, dass man schaut: Wie läuft das? Ist es richtig, wie das jetzt läuft? Edward Snowden ist echt überzeugt, dass er im Interesse der USA agiert. Er war bereit, ins Gefängnis zu gehen, weil er meint, dass seine Sicht davon, was Amerika eigentlich ist, bedeutet, dass er diese Unterlagen bekannt machen muss. Und er meint das ernst. Michael Hayden aber ist überzeugt, dass Snowden ein Verräter ist, dass er seinen Eid gebrochen hat, dass er eine harte Strafe verdient hat. Edward Snowden glaubt jedoch, dass es im Interesse der USA ist, dass sie zu ihrem ursprünglichen Freiheitsbegriff zurückkehren, den die USA mal hatten. Das ist für ihn einer der Hauptbeweggründe, warum er das alles gemacht hat.“

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    Tags:
    NSA, CIA, John Goetz, Edward Snowden, USA, Moskau, Russland