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    70. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg (108)
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    Rund 40 Fotos umfasst eine Ausstellung, die jetzt in der Berliner Ladengalerie der Zeitung „Junge Welt“ zu sehen ist. Betagte Frauen und Männer schauen von den Bildern auf die Besucher rüber. Alles Menschen, die vor 70 Jahren den furchtbarsten Krieg der Weltgeschichte nicht nur gesehen, sondern auch miterlebt haben.

    „Obwohl ich Ende 70er Jahre zur Welt kam, nahm ich mich immer als  Kriegskind wahr“, so der Autor der Porträts, Alexandre Sladkevich, im Interview mit Maria Dyakonova. „Meine Großväter sind im Krieg gefallen.“

    So nahm er sich vor, die Erinnerungen an den Krieg in seinen Arbeiten zu fixieren –„damit man den Krieg nicht vergisst“. So entstand auch allmählich die Fotoreihe, die nun auch als ein Fotoalbum existiert.

    „Einige von diesen Menschen wollten über den Krieg nicht reden“, erinnert sich Sladkevich. „Aber dann machten sie es trotzdem. Einige haben geweint. Einige geschwiegen. Andere wiederum haben stundenlang Geschichten erzählt. Das wichtigste für mich war, mit ihnen zu sprechen… Später, wo der zwischenmenschliche Kontakt schon bestand, machte ich meine Aufnahmen.“

    Was Sladkevich bei den Begegnungen mit den Veteranen noch feststellen musste: „Sie sind sehr einsame Menschen. Und es war für sie eine große Freude, dass jemand sie besucht, dass sich jemand für sie interessiert. Ich kam bei ihnen auch danach  mehrmals vorbei. Leider sind nur wenige von den Menschen, die Sie auf den Fotografien sehen, noch am Leben. Die meisten von ihnen werden den 70. Jahrestag der deutschen Kapitulation nicht mehr erleben.“

    • Russlands Botschafter Wladimir Grinin bei der Eröffnung der Fotoausstellung Ich habe das gesehen in der Berliner Ladengalerie der Zeitung „Junge Welt“
      Eröffnung der Fotoausstellung "Ich habe das gesehen" in der Berliner Ladengalerie der Zeitung „Junge Welt“
      © Sputnik /
    • Eröffnung der Fotoausstellung Ich habe das gesehen in der Berliner Ladengalerie der Zeitung „Junge Welt“
      Eröffnung der Fotoausstellung "Ich habe das gesehen" in der Berliner Ladengalerie der Zeitung „Junge Welt“
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    Eröffnung der Fotoausstellung "Ich habe das gesehen" in der Berliner Ladengalerie der Zeitung „Junge Welt“

    Russlands Botschafter Wladimir Grinin, der bei der Vernissage dabei war, betonte in seiner Ansprache:

    „Es geht um Menschen, um eine ganze Generation und um jeden einzelnen. In Russland leben noch über 2,5 Millionen Veteranen. Jeder von ihnen genauso wie jeder dieser Menschen, die uns von diesen Porträts anschauen, hat seine eigene Geschichte zu erzählen – Geschichte von Schlachtfeldern und Feldlazaretten, Konzentrationslagern und Partisaneneinheiten, Fabriken des Hinterlandes und faschistischer Besatzung.“

    Diese Ausstellung biete aber auch eine Gelegenheit, „das historische Wissen zu vermitteln und die Jugend gegen alle Gefahren der Geschichtsfälschung und des Revisionismus zu sensibilisieren“, betonte der Diplomat. „Unübersehbar versucht man die Geschichte neu zu schreiben, die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges zu verzerren, eine ganze Generation zu verteufeln, die für die Befreiung ihres Landes und Europas alles hingegeben hat.“

    Gerade darin besteht die Aktualität dieses „Blickkontakts“ zwischen den Vertretern der Kriegsgeneration auf den Bildern und den heutigen Zuschauern.

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    Tags:
    Veteranen, Fotoausstellung, Zweiter Weltkrieg, Alexandre Sladkevich, Wladimir Grinin, Deutschland, Russland