04:24 24 Februar 2020
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    www.sowjetische-memoriale.de – so lautet der Link zu einem einmaligen Internet-Projekt, das am Freitag in der russischen Botschaft in Berlin feierlich ins Leben gerufen wurde.

    Dies ist das Resultat einer fundamentalen langjährigen Arbeit, das sowohl für Historiker als auch für Zehntausende Bewohner des postsowjetischen Raums von besonderem Interesse sein wird.

    Ins Netz gestellt wurde eine Datenbank mit über 4 100 Orten in Deutschland, wo Russinnen und Russen, aber auch Vertreter anderer Unionsrepubliken begraben sind.

    In seinem Grußwort zur Freischaltung der umfangreichen Datenbank würdigte der Botschafter Wladimir Grinin das Projekt als ein hervorragendes Beispiel der Erinnerungskultur: „Dadurch wird nicht nur Geschichtsforschern das Arbeiten leichter gemacht, auch einzelne Interessenten werden ihre Suche nach russischen beziehungsweise sowjetischen Kriegsgräberstätten schneller erfolgreich abschließen können."

    Der Diplomat äußerte auch, warum es nötig sei, den Toten einen Namen zu geben: „Indem wir den bislang abstrakten Kriegstoten ihre Namen zurückgeben, diese ins öffentliche Bewusstsein rücken, lassen wir den Toten auch ein Stück historische Gerechtigkeit zuteil werden. Denn wenn es um sowjetische Kriegsopfer geht, geht es um eine ganze Generation und jeden einzelnen, der, beziehungsweise die alles hingegeben hat, damit wir in Freiheit leben können."

    Bisherige Erkenntnisse sprechen von rund 650.000 russischen bzw. sowjetischen Bürgerinnen und Bürgern, die während der beiden Weltkriege als Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter oder im Kampf auf deutschem Boden ums Leben gekommen sind. Die genaue Zahl ist jedoch nicht bekannt. Die Erforschung der genauen Zahl der Opfer, sowie die Ermittlung ihrer Identitäten wurde nun ein großes Stück einfacher gestaltet.

    Dr. Jörg Morré, Direktor des Deutsch-Russischen Museums in Berlin-Karlshorst, wo die Arbeit an dem Projekt vor einigen Jahren begonnen hatte, ging auf das Ausmaß der Datenbank „Sowjetische Kriegsgräberstätten in Deutschland“ ein: „Wir haben insgesamt 4100 Orte in der Bundesrepublik Deutschland gefunden, an denen sich Gräber sowjetischer Staatsbürger befinden. Es sind Kriegsgefangene, es sind Soldaten, die im Kampf gefallen sind, und es sind Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen."

    „Die Datenbank soll dazu beitragen, diese Erinnerungen lebendig zu halten, oder aber vielleicht auch erst in Erinnerung zu rufen“, betonte Morré.

    Außerdem wurden die Grabstätten russischer Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs und der nach Kriegsende in Ostdeutschland stationierten sowjetischen Truppen in die Dokumentation aufgenommen. Neben eigener Recherche wurde das Projekt unterstützt durch Erkenntnisse des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und mehr als 200 weiterer institutioneller und gesellschaftlicher Vereine und Organisationen sowie durch Hinweise vieler privater und ehrenamtlicher Einzelpersonen.

    „Die Datenbank soll dazu beitragen, die Erinnerungen lebendig zu halten, oder aber vielleicht auch erst in Erinnerung zu rufen“, betonte Morré.

    Finanziell wurde das Projekt gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.

    Auf www.sowjetische-memoriale.de kann nun jeder auf die Datenbank zugreifen und sie auch mit eigenen Informationen und Erkenntnissen ergänzen.

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    Tags:
    Wladimir Grinin, Berlin, Deutschland, Russland