04:58 25 Oktober 2020
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    Angesichts der Waldbrände im Norden der Ukraine, die der Atomruine Tschernobyl gefährlich nahe kommen, hat Russland in den angrenzenden Regionen seine Katastrophenschutz-Einheiten in erhöhte Bereitschaft versetzt.

    Das Katastrophenschutzministerium habe seine Einheiten in den Gebieten Brjansk, Belgorod, Kursk und Smolensk mobilisiert, um gegen mögliche Notfallsituationen zu kämpfen, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Für den Ernstfall stehe eine schnelle Einsatzgruppe aus 1200 Mitarbeitern und 120 Fahrzeugen parat.

    Der Waldbrand im Sperrgebiet um den havarierten Reaktor war am Dienstag ausgebrochen. Am Abend teilte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow mit, dass sich die Situation zusehends verschlechtert habe. Heftige Winde sorgten dafür, dass die Flammen sich schnell auf rund 320 Hektar ausbreiteten und dem Unglücks-AKW gefährlich nahe kamen. Dennoch versicherten die ukrainischen Behörden, dass es für die Bevölkerung keine Bedrohung gäbe. Am Mittwoch teilte der Katastrophenschutz in Kiew mit, dass die Brandfläche auf 270 Hektar geschrumpft sei.

    In der Nacht zum 26. April 1986 war in dem ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl einer der Reaktoren explodiert. Durch die gewaltige Explosion und einen Brand zerriss die Schutzhülle des Reaktors. Große Mengen Radioaktivität wurden durch die extreme Hitze in den Himmel geschleudert. Als Folge wurden weite Teile der Sowjetunion und von Staaten im Ausland verseucht. Nach der Katastrophe errichteten hunderttausende Helfer einen provisorischen Betonmantel (Sarkophag) um den explodierten 4. Reaktor, der inzwischen an vielen Stellen marode ist. Deshalb soll in den kommenden Jahren eine neue, 105 m hohe, 150 m lange und 260 m breite Schutzhülle entstehen.

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    Tags:
    Waldbrand, Brand, Atomkraftwerk Tschernobyl, Russland, Tschernobyl, Ukraine