07:55 21 November 2019
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    Manöver im Mittelmeer

    Wozu Russland und China im Mittelmeer gemeinsam üben

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    Im Rahmen seiner Strategie der „maritimen Seidenstraße“ hält China die Schifffahrts-Sicherheit im Mittelmeer für wichtig, sagen chinesische Marineexperten. China übt derzeit gemeinsam mit Russland in der Region. Laut Moskau hängt das Manöver nicht mit der politischen Situation im Mittelmeerraum zusammen.

    Die Zeitung „Renmin Ribao“ zitierte am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe den chinesischen Marineexperten Zhang Junshe mit den Worten, das Mittelmeer werde nicht unbedingt zu einem ständigen Schauplatz für russisch-chinesische Marineübungen: „Im kommenden Jahr soll das Manöver nahe China stattfinden. Zuvor haben Russland und China im Gelben, im Ostchinesischen und im Japanischen Meer geübt. Voriges Mal wurde das Manöver in den Gewässern eines Stützpunktes der russischen Pazifikflotte organisiert. Diesmal geschieht alles in den Gewässern, wo oft Kriegsschiffe der russischen Schwarzmeerflotte präsent sind. Das ist normal.“

    Zhang erläuterte, das regelmäßige Manöver Naval Interaction werde von Russland und China abwechselnd organisiert. Das sei ein bewährtes Verfahren. „Die Außenwelt sollte also nicht über die Wahl des Austragungsortes rätseln.“

    Der chinesische Militärexperte Li Jie kommentierte die Bedeutung des diesjährigen Manövers für Peking: „Das Mittelmeer ist Teil von Chinas Strategie der ‚maritimen Seidenstraße‘. Deshalb muss China seine Fähigkeiten in Bezug auf Seetransporte, Versorgung und Regelung von Notstandsituationen erhöhen. Man muss die Sicherheit des Fahrwassers garantieren, die Interessen des Landes im Ausland wahrnehmen und bei Bedarf die Begleitung chinesischer Bürger im Ausland gewährleisten.“

    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums nehmen insgesamt bis zu zehn russische und chinesische Kriegsschiffe verschiedener Klassen an dem am Montag gestarteten Manöver im Mittelmeer teil. Wie es hieß, sollen gemeinsame Aktivitäten im Sinne der Schifffahrts-Sicherheit geübt werden.

    Der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow sagte: „Das Manöver richtet sich gegen keine Drittländer und hängt nicht mit der politischen Situation in dieser Region zusammen.“

    Russisch-chinesische Militärübungen im Japanischen Meer
    © Foto : Servicio de prensa del Distrito Militar Este de Rusia
    Antonow kommentierte auch die Ergebnisse des jüngsten Treffens des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu mit dem Vizechef der Zentralen Militärkommission Chinas, Fan Changlong. „Die chinesischen Kollegen betonten unsere übereinstimmenden Positionen bei den bestehenden Bedrohungen und Herausforderungen. Sie sagten, die derzeitige Weltordnung müsse umgestaltet werden, man müsse Doppelstandards überwinden sowie die gleichberechtigten und gegenseitig nutzbringenden Beziehungen in der Welt festigen“, sagte Antonow laut der Agentur Ria Novosti.

    Er bestätigte die Pläne für weitere gemeinsame Übungen im Japanischen Meer im August. Dies ziele darauf ab, für gemeinsame Friedens-, Anti-Terror- und Anti-Piraterie-Einsätze zu trainieren. Darüber hinaus sagte Antonow: „Wir halten es für wichtig, den Dialog unserer Generalstäbe fortzusetzen. Unter anderem geht es darum, unsere Positionen zu den Raketenabwehr-Problemen zu vergleichen.“

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