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09:27 19 Oktober 2019
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    Schiff der Mistral-Klasse Wladiwostik

    Französischer Abgeordneter: Mistral-Schiffe für Rettung von Migranten an EU verkaufen

    © Sputnik / Alexei Filippov
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    Der französische Abgeordnete und Ex-Staatssekretär für Verkehrswesen Thierry Mariani schlägt vor, die für Russland bestimmten Hubschrauberträger der Mistral-Klasse an die Europäische Union zu verkaufen, damit die Schiffe zur Rettung illegaler Migranten im Mittelmeer genutzt werden können.

    „Dadurch könnten möglichst viele Menschen gerettet werden und direkt an Bord Zuflucht finden. Wenn aber in einem der Mittelmeerländer eine Krisensituation entstehen sollte, werden wir diese Schiffe dorthin schicken können, um europäischen Bürgern das Leben zu retten“, zitiert die Zeitung „Le Figaro“ Mariani.

    Frankreich hat den Mistral-Deal mit Russland wegen der Ukraine-Krise platzen lassen und weiß nun nicht, was es mit den für Russland gebauten Kriegsschiffen anfangen soll. Es gehen Gerüchte um, dass die Kriegsschiffe an Drittländer verkauft, demontiert oder sogar versenkt werden können.

    Der Vertrag über den Bau und die Lieferung von zwei Mistral-Schiffen an Russland war im Jahr 2011 von der französischen Korporation DCNS/STX und dem russischen Unternehmen Rosoboronexport geschlossen worden. Der Wert des Geschäfts beträgt 1,2 Milliarden Euro. Das erste Mistral-Schiff — die „Wladiwostok“ — hätte im November 2014 an Russland übergeben werden sollen. Der Termin wurde abgesagt. Der Liefertermin für das zweite Schiff — die „Sewastopol“ —  war für 2015 vereinbart. Nun erwartet Russland von Frankreich die Übergabe der Schiffe oder die Rückzahlung des überwiesenen Geldes.

    Laut der Zeitung „Kommersant“ hat Frankreich der russischen Seite Vorschläge zur Vertragskündigung unterbreitet. Es geht dabei um die Rückerstattung von rund 785 Millionen Euro an Russland, und zwar dann, wenn die russische Regierung eine schriftliche Genehmigung für einen vorbehaltlosen Verkauf der Schiffe an eine beliebige dritte Seite erteilt. Nach Angaben des „Kommersant“ ist Moskau mit dieser Herangehensweise nicht einverstanden, denn die „Ausgaben und Verluste“ Russlands durch die Vertragskündigung würden sich schätzungsweise auf 1,163 Milliarden Euro belaufen. Außerdem werde Russland keine Genehmigung für einen Reexport erteilen, solange das Geld nicht zurückerstattet sei, hieß es.

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    Tags:
    Migranten, Sewastopol-Schiff, Mistral, DCNS/STX, Thierry Mariani, Frankreich, Russland